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Hausarztzentrum Ertingen 

Akademische Lehrpraxis der Universität Ulm

Ertingen am 02.07.2020

Praxis am Kirchberg

Es freut uns, dass nach dem gestrigen Probelauf, unsere neue Zweigpraxis in der Schulstraße 18, 88521 Ertingen - Binzwangen wie geplant am 06.07.2020 in den Regelbetrieb gehen kann.

Herr Dr. med. Sebastian Butz wird die ärztliche Leitung des Standortes Binzwangen übernehmen. Zu unseren Öffnungszeiten in Binzwangen werden großteils 2 Ärzte tätig sein, sodass wir ca. 50 Arztsprechstunden anbieten können. 

Unterstützt werden wir am Standort Binzwangen durch Frau Sandra Baumeister, einer langjährig erfahrenen medizinischen Fachkraft, sowie durch Frau Natalie Münch, welche bereits seit Jahresanfang in unserem Team ist. Mit Frau Baumeister konnten wir eine weitere sowohl fachlich als auch menschlich exzellente Fachkraft für unsere Praxis gewinnen.

Die Praxis am Kirchberg bietet folgende Öffnungszeiten:


        Montag      8:00 - 13:30

              Dienstag    7:00 - 13:00 sowie 14:00 - 18:00

              Mittwoch     8:00 - 11:00

              Donnerstag 8:00 - 11:00 sowie 14:00 - 18:00

              Freitag         7:00  - 12:00 sowie 13:00 - 16:00


Telefonisch ist die Praxis unter 07371 9653745 zu oben genannten Zeiten für sie erreichbar.

Am Montag und Mittwoch Nachmittag werden wir in Binzwangen jeweils eine 2 stündige Fortbildung für Diabetiker durchführen.


Danken möchten wir in diesem Zusammenhang den beteiligten regionalen und überregionalen Partnern, welche eine extrem kurze und professionelle Bauphase ermöglichten. 


Danwood, Zndl. Berlin

IBK - Ingenieurbüro Kunstmann und Herrn Harald Hoyer, Immenstadt 

Oskar Fischer GmbH Memmingen

Glatthaar Fertigkeller GmbH, Schramberg

Elektro Bronner, Ertingen

Fliesen Vögele, Binzwangen

Gartenbau Christ, Ertingen

Schreinerei Hecht, Binzwangen

Gesundheitsamt Biberach

Herrn Gutachter Eimann, Tübingen

u.v.m

sowie Herrn Bürgermeister Köhler und Herrn Ortsvorsteher Gaber und der Gemeindeverwaltung für die unkomplizierte Zusammenarbeit.


Nur durch die reibungslose und oftmals kurzfristige Zusammenarbeit der beteiligten Firmen und der Gemeindeverwaltung war es möglich, in dieser kurzen Zeit ein Haus auf dem Energieeffizienzlevel KFW 40 (Energiebedarf dieses Gebäudes 16kWh/(m2*a) zu errichten.

Wir hoffen mit der Eröffnung unserer Zweigpraxis die medizinische Versorgung der Raumschaft auch langfristig sicherstellen zu können.

                        Dres. Mittendorfer / Butz




Ertingen am 18.06.2020

Inbetriebnahme der Zweigpraxis in Binzwangen

Erfreulicherweise erhielten wir aktuell auch die Genehmigung des Gewerbeamtes / Bauamtes zum Betrieb unserer Zweigpraxis in Binzwangen. Aktuell ist daher nur mehr der Anschluss der Telekom ausstehend um den Regelbetrieb in Binzwangen zu starten. Die Genehmigung der kassenärztlichen Vereinigung liegt bereits länger vor.


Aufgrund der Umstellung unseres Terminplanungsprogrammes (Einpflegung der Terminmöglichkeiten für Binzwangen) ist es aktuell leider bis 1.7.2020 nicht möglich große Termine (Vorsorge, Ultraschall,...) zu vergeben. Termine die bereits vereinbart wurden behalten Ihre Gültigkeit. Wir bitten daher mit der Vereinbarung von großen Terminen noch bis zum 1.7. zu warten. Danach sollte in beiden Praxen auch aufgrund der neuen Ärzte Frau Dr. Kesenheimer und Herrn Dr. Rustamov zeitnahe Termine möglich sein.

Wir danken für Ihr Verständnis.

              mit freundlichen Grüßen

                        Ihr Praxisteam

Ertingen am 28.05.2020

Rückkehr zum Regelbetrieb

Erfreulicherweise sind die Coronaerkrankungsfälle die letzten Wochen deutlich zurückgegangen. Wir werden daher ab dem 02.06.2020 in unserer Hauptpraxis wieder mit dem Regelbetrieb beginnen. Ab sofort können Sie daher Termine zu Vorsorgeuntersuchungen, Ultraschalluntersuchungen, Hautkrebsvorsorge, etc.... wieder vereinbaren - denn Vorsorge ist besser als Nachsorge.

Nichts desto trotz handelt es sich jedoch bei der Coronapandemie um eine ernsthafte Erkrankung, welche jederzeit zurückkehren kann. Täglich sehen wir leider entsprechende Bilder aus Nord- und Südamerika und nur durch etwas Glück und den richtigen Zeitpunkt des Lockdowns konnten in Deutschland ähnliche Bilder vermieden werden. Dementsprechend werden wir weiterhin unseren Teil zur Eindämmung der Pandemie beitragen und unsere Bemühungen fortsetzen.


Ab 02.06.2020 werden die Corona Abstriche nur mehr in Binzwangen abgenommen. Dies ermöglicht die Verkehrseinschränkungen in Ertingen aufzuheben. Aufgrund der aktuell geringen Fallzahlen werden für Binzwangen aktuell keine Verkehrseinschränkungen nötig sein.


Auch in Binzwangen werden die Abstriche als "Drive Through" durchgeführt. Das heißt die Patienten steigen nicht aus ihrem Auto aus, sondern der Abstrich wird im Auto durch das Fenster durchgeführt. Der Zeitaufwand beträgt dadurch nur wenige Minuten.

In diesem Zusammenhang wollen wir auch den Nachbarn unserer Hauptpraxis in Ertingen danken, dass die Testung dort so reibungslos erfolgen konnte. Wir wissen, dass es durch die eingeschränkte Nutzungsfähigkeit der Parkplätze zu deutlichen Unannehmlichkeiten für alle Nachbarn kam, trotzdem erfuhren wir jede Menge Solidarität und Dank.  Dafür auch Ihnen ein herzliches Dankeschön.

mit freundlichen Grüßen

                        Ihr Praxisteam


Ertingen am 09.05.2020

Praxis am Kirchberg

Nach nur 8 Monaten von der Unterschrift des Bauvertrages (Ende August 2019) bis heute ist es soweit: Die Bauarbeiten für unsere Zweigpraxis in 88521 Ertingen - Binzwangen, Schulstraße 18 sind soweit abgeschlossen.


Erfreulicherweise liegt bereits sowohl die Genehmigung der kassenärztlichen Vereinigung Baden Württemberg für den Betrieb der Zweigpraxis ab 1.7.2020, als auch die Genehmigung der kassenärztlichen Vereinigung Baden Württemberg für den Betrieb einer Infektionssprechstunde ab sofort vor. Bitte beachten sie, dass bis 1.7.2020 in Binzwangen ausschließlich Infektpatienten behandelt werden.

Wir werden daher so rasch als möglich eine Infektsprechstunde in Binzwangen etablieren und im Gegenzug in Ertingen für unsere chronisch kranken Patienten den Regelbetrieb wieder aufnehmen. Dies führt aufgrund der örtlichen Trennung von Infekten von unseren chronisch kranken Patienten zu einem maximalen Schutz vor Infektionen für diese Patientengruppe.

Aufgrund noch ausstehender Restarbeiten rechnen wir mit einem voraussichtlichen Beginn unserer Tätigkeit zum 18.5.2020 - 01.06.2020 in Binzwangen. Während der Gestaltung der Außenanlage sowie der Tischlerarbeiten im Inneren kann es zu kurzfristigen Unterbrechungen der Sprechstunde in Binzwangen kommen. Termine für Infektpatienten werden nur nach telefonischer Anmeldung in unsrer Hauptpraxis vergeben.

Besonders danken möchten wir in diesem Zusammenhang der Gemeinde Ertingen und der Ortsverwaltung Binzwangen für die exzellente und unbürokratische Unterstützung und Zusammenarbeit in der Umsetzung dieses Projekts.

mit freundlichen Grüßen

                     Ihr Praxisteam

Ertingen am 02.05.2020

Coronavirus: Jung gegen Alt

Nur zu gut haben wir alle die letzten Tage das Aufflammen dieser moralisch unerträglichen Diskussion, welche die Gesellschaft spaltet, in den Medien mitbekommen. Wie ein ätzendes Agens, das den Zusammenhalt zwischen den Generationen, zwischen den Gesunden und den Kranken zersetzt mischt sich diese Diskussion in den täglichen Informationsfluss. Immer mehr wird die Gesundheit der Alten und Schwachen gegen die wirtschaftlichen und sozialen Interessen der Jungen und Gesunden ausgespielt. So droht die Corona Pandemie der Gesellschaft noch nachhaltiger zu schaden, als sie es ohnehin schon tut.

Dabei ist diese Debatte nicht nur aus moralischer Sicht, sondern auch aus wissenschaftlicher Sicht völlig unnötig. Sicher stimmt, dass die Jungen die enormen wirtschaftlichen Schäden noch lange zu tragen haben, genauso wie es stimmt, dass vor allem Alte in der Corona Krise besonders gefährdet sind. 

Trotzdem greift diese Überlegung viel zu kurz. Ohne die strengen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus würden auch nachweislich mehr Junge sterben.


In Ländern, in denen Ärzte, Kliniken und Bestatter an ihre Grenzen und darüber hinaus gerieten, war das Durchschnittsalter der Toten zeitweise erschreckend niedrig. Auch in Deutschland wäre dies ohne effektive Maßnahmen der Fall gewesen. Es ist definitiv auch falsch, dass der durchschnittlich betagte und vorerkrankte Corona Tote nur ein paar Monate oder gar Wochen verliert. Statistiker gehen (siehe Grafik oben) von einem Verlust von ca. 13 Lebensjahren aus - denn auch mit Krankheit lässt es sich in einem reichen Land gut leben, wenn kein Virus dazwischen kommt.

Ab einem gewissen Alter ist fast jeder "vorerkrankt", aber es gibt auch die Zwanzigjährige mit einer Autoimmunerkrankung und den Mittdreißiger mit Blutkrebs. Der Verweis auf Vorerkrankungen ist daher zynisch - und man gerät in Gefahr, ein Leben mit Krankheit als weniger lebenswert zu betrachten.

Immer wieder wird hierbei auch auf Schweden verwiesen, welches nie so starke Einschränkungen empfohlen hat wie der Rest Europas und wenige Todesfälle und Infektionen vorzuweisen hat. Gerne möchten wir daher hier Schweden mit Österreich vergleichen. In Schweden gibt es nur milde Empfehlungen der Regierung, in Österreich gibt es rigide Gesetze die penibel, auch strafbewährt, durchgesetzt werden. Die Bevölkerungszahlen beider Länder sind in etwas gleich. Bitte beachten sie bei den folgenden Graphiken die unterschiedlichen Größen der Y Achse. Zum Vergrößern klicken sie auf das jeweilige Bild.

  • Gesamtfälle Schweden
    Gesamtfälle Schweden
  • Gesamtfälle Österreich
    Gesamtfälle Österreich

Während Schweden am 30.4 21.520 infizierte Menschen nachgewiesen hatte, waren es am selben Tag in Österreich 15.531. Dies rechtfertigt sicher nicht den massiven Shutdown welcher in Österreich durchgeführt wurde - bei dem auch die Grund- und Freiheitsrechte massiv eingeschränkt wurden..

  • Aktive Fälle Schweden
    Aktive Fälle Schweden
  • Aktive Fälle Österreich
    Aktive Fälle Österreich

Zu diesem Zeitpunkt hatte Schweden 17.862 aktive Fälle. In Österreich waren es nur mehr 1.832.  Ein gravierender Unterschied also.

  • täglicher Zuwachs Schweden
    täglicher Zuwachs Schweden
  • täglicher Zuwachs Österreich
    täglicher Zuwachs Österreich

Noch eindeutiger wird das Bild, wenn man die täglichen neuen Fälle betrachtet. In Schweden gab es am 30.4.  +428 neue Fälle, in Österreich am gleichen Tag +79 neue Fälle. Während in Österreich der Gipfel schon lange überschritten ist, liegt in Schweden eine ungebrochene Ausbreitung der Infektion vor. Die Täler in der schwedischen Graphik oben zeigen die Wochenende, da hier nur Notfalllaborwerte bearbeitet werden.

  • Todesfälle Schweden
    Todesfälle Schweden
  • Todesfälle Österreich
    Todesfälle Österreich

Schlussendlich muss man jedoch die Währung der Krise - die Verstorbenen betrachten - denn sie sind es, für die wir alle uns wirtschaftlich einschränken. In Schweden gab es am 30.4 ingesamt 2.653 Tote, in Österreich lediglich 589 Tote. (Bitte beachten sie in den Graphiken die unterschiedliche y Achse). 

Um diese Werte auf Deutschland hochzurechnen muss man einfach den Faktor 10 aufgrund der Bevölkerung verwenden. Sie kommen dadurch in Österreich auf sehr ähnliche Werte wie in Deutschland. Das schwedische Modell würde jedoch aktuell bereits fast 27.000 Tote für Deutschland bedeuten.

Aber wie steht es um die Wirtschaft in diesen beiden Ländern? Schließlich wurden ja völlig unterschiedliche Vorgehensweisen beschlossen. 

In Österreich schloss man nahezu alle Geschäfte, es gab Kontaktverbote und Ausgangsbeschränkungen. Ganze Orte und Bundesländer wurden unter Quarantäne gestellt. Logischerweise musste die Wirtschaft hier leiden, dies war der Preis für die deutlich geringere Sterblichkeit in Österreich. Aktuell schätzt der IWF den Rückgang des Bruttoinlandsproduktes in Österreich in 2020 auf ca. -7%.

In Schweden hingegen gab es nur Empfehlungen der Regierung. Die Cafés und Bars, die Parks, die Schule, alles war zu jederzeit geöffnet. In den Einkaufszentren wurde eingekauft, es wurde ausgegangen, gelacht, sich mit Freunden getroffen. Der Wirtschaft müsste es blendend gehen. Jedoch schätzt der IWF aktuell den Rückgang des schwedischen Bruttoinlandproduktes in 2020 auf -6,8%.

Was bleibt ist eine fast 5fach so hohe Sterblichkeit in Schweden ohne wirtschaftlichen Benifit. Selbstverständlich muss trotz allem jetzt über Lockerungen nachgedacht werden, um die negativen Auswirkungen der Krise in vielen Lebensbereichen zu minimieren. Dabei darf nicht alles auf Kosten der Jüngeren gehen. Es ist richtig, Pläne für die Wirtschaft zu erarbeiten und den Kleinsten wieder Raum für Begegnung, Spiel und Bildung zu geben.

Aber bei alldem muss im Bewusstsein bleiben: Die Krise trifft alle. Am Ende sind die Interessen der Alten und der Jungen, der noch Gesunden und der schon Kranken gar nicht so unterschiedlich: Es geht für alle um Gesundheit, um Geld - und um ein möglichst langes und glückliches Leben in einer Gesellschaft, die in der Krise zusammensteht.


                     Dres. M. Mittendorfer / S. Butz



Ertingen am 01.05.2020

Eva Kesenheimer

Es freut uns Ihnen mitzuteilen, dass unser Team um Frau Eva Kesenheimer als Ärztin verstärkt wird.

Frau Kesenheimer bringt in unsere Praxis eine fundierte medizinische Ausbildung auf den Gebieten der Inneren Medizin als auch der Allgemeinmedizin mit. Ihre Ausbildung durchlief sie über mehrere Jahre im Kreiskrankenhaus Sigmaringen sowie einer großen Landarztpraxis in Sigmaringen/Winterlingen. Im Kreiskrankenhaus Sigmaringen war sie sowohl für ambulante, stationäre als auch intensivpflichtige Patienten zuständig. In der Hausarztpraxis war sie für alle Patienten und Altersgruppen zuständig, hier im besonderen auch für chronisch kranke Menschen mit Diabetes, Herzerkrankungen oder auch Lungenerkrankungen. Zusätzlich hat sich Frau Kesenheimer freiwillig im Verlauf der Coronpandemie in der Abstrichstelle in Hohentengen eingebracht. 

Es freut uns sehr, dass wir mit Frau Kesenheimer eine sowohl medizinisch als auch menschlich hochkompetente und engagierte Ärztin für unsere Praxis gewinnen konnten.

Wir wünschen Frau Kesenheimer in ihrem neuen Wirkungskreis einen guten und erfolgreichen Start.

Dr. med. univ. M. Mittendorfer                                  Dr. med. S. Butz

Ertingen am 23.04.2020

Vorsicht

Den Medien nach scheint die Coronakrise fast überwunden. Die medizinische Realität ist leider eine andere. Zwar gehen aufgrund der erfolgreichen (und im europäischen Vergleich sehr zurückhaltenden) Maßnahmen der Bundesregierungen die Fallzahlen  zurück, nichts desto trotz stehen wir erst am zeitlichen Anfang dieser Pandemie. Weder ein Impfstoff noch ein Medikament ist leider in greifbarer Nähe.

Aufgrund von politischen Entscheidungen wurde nun ein Lockerungsprozess in Gang gesetzt. Dies begrüßen wir sehr aufgrund der doch deutlich eingeschränkten Grundrechte und Freiheitsrechte. Nichts desto trotz sollte uns allen bewusst sein, dass diese Krise noch nicht kontrolliert ist, und wir einen äußerst zerbrechlichen Sieg erreicht haben. Die Erfolge der letzten Wochen, und auch der hohe Preis den wir alle bezahlt haben aufgrund der Einschränkungen, können nun durch Unachtsamkeit leicht verloren gehen.

Daher sollten wir uns alle auch weiter an die basalen Hygienemaßnahmen, die Hust- und Niesetikette, sowie die Abstandsregeln halten. Auch die Maskenpflicht in der Öffentlichkeit ist ein essentieller Bestandteil der "neuen Normalität". Uns allen muss leider bewusst sein, das es bei Unachtsamkeiten in diesen Verhaltensregeln jederzeit zu einer starken neuen Infektwelle kommen kann die dann auch zu Zuständen wie in Ecuador, New York oder anderen Regionen dieser Welt führen können. Dies würde unweigerlich zu einem weiteren Lockdown mit unter Umständen deutlich drastischeren Einschränkungen führen. 

Aus diesem Grund werden wir auch weiter unsere Maßnahmen nicht zurückfahren. Auch wenn die Anzahl der Abstriche aktuell erfreulicher Weise rückläufig ist (aktuell ca. 10/Tag) werden wir diesen Service für den Landkreis vorerst weiter anbieten. Weiterhin werden wir unsere Infektpatienten zeitlich getrennt von unseren anderen chronisch kranken Patienten betreuen um das Infektionsrisiko für diese zu minimieren.

Schutzausrüstung werden wir laufend nachordern um einen maximalen Schutz für unsere Mitarbeiter zu gewährleisten. Auch werden wir weiter unsere Praxisabläufe optimieren um einen größtmöglichen Schutz für unsere Patienten und unsere Mitarbeiter zu ermöglichen. 

Wir danken allen Mitbürgern, die durch ihr diszipliniertes und konsequentes Verhalten dazu beigetragen haben, aktuell die Pandemie zu bekämpfen. Wir hoffen, dass dies so auch weiter gelingt bis ein Medikament oder ein Impfstoff gefunden wurde.

mit freundlichen Grüßen

                   Dres. M. Mittendorfer / S. Butz 


Ertingen am 19.04.2020

Mund- und Nasenschutzmasken

Das tragen von "Alltagsmasken" wird aktuell von der deutschen Bundesregierung stark empfohlen. Wenn man unsere europäischen Nachbarländer ansieht, ist das tragen von Masken in vielen Ländern bereits verpflichtend. Auch in Deutschland werden wahrscheinlich weitere Lockerungen an eine Maskenpflicht gebunden sein. Es ist nahezu unvorstellbar, dass Schulen geöffnet werden, ohne dass die Schüler Masken tragen.

Prinzipiell unterscheidet man zwischen 2 grundlegenden Typen von Masken. Medizinische oder FFP2/KN 95 Masken (auch Baumasken) sollten medizinischem Personal vorbehalten sein. Diese Masken schützen den Träger vor Infektionen - auch bei engem Kontakt.

Alltagsmasken hingegen schützen primär die Umwelt vor dem Träger. Der Sinn der Alltagsmasken liegt daher darin, dass asymptomatische Virusträger (also mit dem Virus infizierte Menschen ohne Symptome) keine anderen Menschen anstecken.


Während bei jedem Hustenstoß, beim Niesen oder auch nur beim Reden, unzählige Viren und Bakterien freigesetzt werden (siehe oben),


können sogenannte Alltagsmasken dies schon alleine rein physisch sehr gut verhindern. Es wird vermutet, dass viele Menschen ohne dass sie selbst Symptome haben, den Virus verbreiten. Diese einfachen Masken verhindern diese Übertragung. Es muss aber auch klar sein, dass diese Maßnahme nur funktioniert wenn möglichst alle Menschen in der Öffentlichkeit Masken tragen. 

Natürlich bieten diese Masken auch einen gewissen aktiven Schutz - damit der Träger nicht krank wird. Dieser ist jedoch nicht auf dem Niveau von med. Masken und dieser wurde auch nicht in Studien untersucht.

Aus diesen Gründen werden wir ab dem 20.4 chirurgische Masken aus unserem Vorrat an Patienten zum Selbstkostenpreis abgeben. Vorerst werden wir unsere Masken nur an Risikopatienten und Patienten > 60. Lebensjahr abgeben, sobald genügend Masken vorrätig sind (voraussichtlich Mitte Mai), werden wir auch alle anderen Patientengruppen versorgen. Bitte beachten sie, dass maximal 2 Masken / Person abgegeben werden. Die Masken können durchaus öfter getragen werden, sollten jedoch zwischen den Anwendungen trocknen. Auch ist eine Aufbereitung bei 70 Grad über 30 Minuten im Backofen möglich (siehe div. Quellen und Anleitungen  im Internet). Auf keinen Fall sollte die Maske mit Desinfektionsmittel abgesprüht / durchtränkt werden. Für Rückfragen stehen wir jederzeit zur Verfügung.


mit freundlichen Grüßen

                        Ihr Praxisteam

Ertingen am 15.04.2020

COVID 19 - Der Vergleich mit der Grippe


Es ist verständlich, dass alle das Ausmaß dieser Pandemie auf die eine oder andere Art erfassen möchten. Nur, die tägliche Rechnerei hilft uns nicht weiter, da wir nicht wissen, wie viele Personen lediglich folgenlos Kontakt mit dem Virus hatten und wie viele Personen tatsächlich krank geworden sind. 

Die Anzahl asymptomatischer COVID 19 Träger ist wichtig, um Vermutungen über die Ausbreitung der Pandemie machen zu können. Heute kann man nur vermuten, wie viele Deutsche Kontakt mit COVID 19 hatten. Eine Arbeit mit einer amerikanisch-chinesischen Autorschaft hat schon am 16.3.2020 publiziert, dass auf 14 dokumentierte Fälle mit 86 nicht-dokumentierten Fällen von COVID 19 zu rechnen ist. Zuletzt hat eine Studie aus Heinsberg, um Prof. Streeck, aufhorchen lassen, mit einer dort (im Hotspot) gegebenen Durchseuchung von 15% und einer Sterblichkeit von  „nur“ ca. 0,4%.

Schnell ist man bemüht, bei diesen Zahlen, Vergleiche mit der „gewöhnlichen Grippe“ zu ziehen und über rasche Lockerungen zu reden um eine "Herdenimmunität" zu erreichen.. Statistisch betrachtet scheint dies möglich, nur allein statistisch darf man diese Situation nicht betrachten. In Deutschland haben wir aktuell sehr viel Glück in dieser Situation gehabt. Sieht man sich aber in unseren Nachbarländern um wird man schnell sehen, dass


  • ganze Kliniken mit Patienten gefüllt sind, welche alle dieselbe Diagnose besitzen
  • ganze Intensivstationen mit Patienten gefüllt sind, welche alle dieselbe Diagnose aufweisen
  • 25-30% der Pflegenden und der Ärzteschaft genau jene Krankheit auch erwerben, welche jene Patienten haben, die sie betreuen (8% bei der normalen Grippe)
  • zu wenig Beatmungsgeräte zur Verfügungen standen/stehen
  • eine Patientenskelektion durchgeführt werden musste, allein wegen der schieren Anzahl an Patienten und dafür fehlendem Material
  • Die schwerer erkrankten Patienten alle dasselbe - ein uniformes - Krankheitsbild aufgewiesen haben
  • Die Todesart jener, die auf Intensivstation verstorben sind, bei allen dieselbe ist
  • Medikamente und med. Material auszugehen drohen.

All dies sind Zustände, die wir hier nicht erleben wollen!

Aufgrund dieser Punkte ist klar, dass es sich um keine gewöhnliche Grippe handelt. Die Behauptung, eine „Influenza“ sei genau gleich gefährlich und koste jedes Jahr gleich viel Opfer ist schlichtweg falsch. Selbst viele Ärzte argumentieren leider heute unüberlegt in diese Richtung. So hat man das Gefühl, auch in den Medien und durch Vertreter der Ärzteschaft vermittelt, dass immer alle Patienten wegen Influenza versterben, bei COVID 19 versterben sie aber „nur“ mit dieser Erkrankung und die Todesursache wäre in Wirklichkeit etwas anderes. 

Harte Zahlen zur Influenza gibt es defacto aber nicht. In Deutschland schätzt man ca. 20.000 Todesopfer durch die Influenza jedes Jahr. In den USA werden ca 48.000 Influenzatote pro Jahr angegeben (von Januar bis Dezember 48.000 wohlgemerkt - in nur knapp zwei Monaten zählt man jedoch bereits 26000 COVID 19 Tote in den USA). Eine FDA Studie (US-Food and Drug Administration) hat untersucht wieviele davon wirklich wegen einer klinischen Influenza Pneumonie gestorben sind. Resultat: die Anzahl der effektiv „wegen Influenza verstorbenen“ Patienten sank in dieser Analyse dramatisch weit unter 10000 ab. Auf Deutschland umgerechnet wäre die Zahl dann unter 5000 Influenzatote pro Jahr.

Auch in Deutschland kennen wir die genaue Anzahl von Patienten nicht, die jährlich an Influenza versterben. Und dies trotz dutzender Datenerfassungssystemen, trotz sinnloser Doppel- und Triple-erfassung der Daten durch Kliniken, Krankenkassen und Gesundheitsämter, trotz eines DRG Systems, das nur grenzwertig auswertebare Daten produziert. 

Aufgrund der aktuellen Daten kann man daher bei COVID 19 (auch bei aktuell leichtem Verlauf in Deutschland) insgesamt nicht von einer „gewöhnlichen Grippe reden“. Deshalb ist die widerstandslose Durchseuchung der Gesellschaft auch kein Rezept.  Großbritannien, die Niederlande und Schweden hatten dieses Rezept versucht und nacheinander aufgegeben.

Aufgrund des aktuellen, noch mangelhaften Wissenstandes, sagen auch die Zahlen des Monats März überhaupt nichts aus. Wir können glimpflich davonkommen, oder eine Katastrophe erleben. Rigide Maßnahme bewirken, dass die Kurve der Kranken flacher verläuft und unser Gesundheitssystem nicht überlastet wird, es geht am Ende aber um die Verstorbenen und nicht nur um die Höhe der Kurve.

Ob wegen COVID 19 nun 0,4% oder 1,2% oder 2,3% versterben ist sekundär und bloß für Statistiker von Interesse. Relevant ist die absolute Anzahl an Toten, die diese Pandemie verursacht. Sind 50000 Tote weniger schlimm wenn sie 0,4% der COVID Träger darstellen? Oder sind 50000 Tote schlimmer, wenn sie 2,3% aller COVID 19 Träger darstellen? Ist nicht jeder Toter die Mutter oder der Vater, die Großmutter oder der Großvater von jemandem? Für Deutschland würde eine Sterblichkeit bei 0,4% bei einer Durchseuchung von 70% (und dies ist nötig um eine Herdenimmunität zu erreichen) 224.000 Tote bedeuten. Bei höheren Sterblichkeiten entsprechend mehr.

Das durchschnittliche Alter von verstorbenen Patienten beträgt 83 Jahre, was von vielen - von zu vielen in unserer Gesellschaft - wohl als vernachlässigbar abgetan wird.

Die lässige Grosszügigkeit, wenn andere sterben, ist in unserer Gesellschaft nicht zu übersehen. Das andere, das sofortige Geschrei und zeitnahen Schuldzuweisungen, wenn es einen selber oder die nächsten Angehörigen trifft, kennen wir aber auch alle.

Dabei ist Alter relativ. Der US Präsident ist 73 Jahre alt, sein Kontrahent ist 77 Jahre alt. Mit guter Lebensqualität ein hohes, selbstbestimmtes Alter zu erreichen, ist eine hohes Gut, für das wir in Deutschland in ein starkes Gesundheitssystem investiert haben.  Und es ist das Resultat der Medizin, dass man heute auch mit mehreren Nebendiagnosen bei guter Lebensqualität ein hohes Alter erreichen kann. 

Die Diskussion über diese Frage, ob man eine Durchseuchung zulassen sollte, da es nur ältere Mitbürger treffen würde und nicht schlimmer als die Grippe wäre, hat daher einen üblen Beigeschmack. Die Jahreszahlen sollten jedem hinreichend bekannt sein. 

Insgesamt hatte Deutschland bis heute erfreulicherweise ausgesprochenes Glück im Verlauf dieser gefährlichen Pandemie. Auch tritt die gesamte europäische Union erfreulicherweise zunehmend solidarisch und geeint auf (nach anfänglichen Problemen) - ein starkes Zeichen für eine gemeinsame und wertschätzende Zukunft. 

Aktuell werden in Deutschland in vielen Bundesländern Lockerungen gefordert mitunter leider auch mit Verweis auf die Durchseuchung und eine damit verbundene Herdenimmunität. Auch uns erscheint der Zeitpunkt günstig über Lockerungen nachzudenken - jedoch nicht um eine Herdenimmunität zu erreichen - sondern um die Grundrechte und Freiheitsrechte jedes Einzelnen zu wahren. Die Lösung des Pandemieproblems ist allerdings erst gegeben, wenn ein Impfstoff oder wirksamen Medikamente bereitstehen. Der Druck, den die Einschränkungen auf jeden Einzelnen ausüben, ist enorm, aber nur gemeinsam ist es zu schaffen.  Wir alle helfen mit, weil es das Richtige ist. Weil wir in einer Gesellschaft leben wollen, in der jedes Leben gleich viel wert ist.  In der die, denen es gut geht, auf die achten, denen es nicht so gut geht.

Wir zeigen damit, dass das für uns nicht nur Worte sind, sondern, dass uns diese Worte auch etwas wert sind, und dass wir im Ernstfall danach handeln. Dafür jedem ein herzliches Danke.

Die Politik ist daher aufgerufen eine Lockerung mit Augenmaß zu ermöglichen und gleichzeitig bei jeder Zunahme der Infektionszahlen die Maßnahmen wieder in Kraft zu setzen. An uns allen liegt es jedoch, durch unser Verhalten, maßgeblich an der Eindämmung dieser Pandemie mitzuhelfen.

mit freundlichen Grüßen

                    Dres. M. Mittendorfer / S. Butz / S. Knöll / P. Fieweger



Ertingen am 02.04.2020

Ostern

Aufgrund der Corona Situation im Landkreis Biberach werden wir unseren geplanten Osterurlaub absagen. In dieser Situation werden wir Sie, unsere Patienten, nicht alleine lassen. Wir werden daher vollumfänglich Ihre Versorgung über diesen Zeitraum sicherstellen und unserer Verantwortung als Ihr Ansprechpartner in allen Gesundheitsfragen gerecht werden.

Bitte beachten Sie, dass wir, um unser Personal etwas zu entlasten, eingeschränkte Öffnungszeiten haben und nur Notfälle behandeln. Elektive Termine können für diesen Zeitraum nicht vereinbart werden.

Herzlich danken möchten wir an dieser Stelle:

        Frau Edith Hoffmann

              Frau Sylvia Voggel

              Frau Sonja Diesch

              Frau Manuela Buck

              Frau Manuela Kalkuhl

              Frau Rosemarie Herter

              Frau Julia Arutjunjan

              Frau Natalie Münch

              Frau Natalie Schmid

              Frau Maria Lorenz

für Ihren selbstlosen Einsatz. Ohne Ihre Leistung wäre vieles unmöglich. 

Ein Wort noch an unsere älteren Patienten: Passen Sie besonders auf sich auf. Bleiben Sie zu Hause. Lassen Sie sich helfen. Bitten Sie um Hilfe etwa beim Einkaufen. Verzichten Sie - vorläufig - auf ein paar lieb gewonnene Gewohnheiten wie familiäre oder andere Direktkontakte. Der Höhepunkt der Pandemie steht uns noch bevor!

Um die Leben unserer besonders verletzlichen Mitbürgerinnen und Mitbürger zu schützen, hat unsere gesamte Gesellschaft gehandelt. Auch die, die nicht unmittelbar gefährdet sind, schränken Ihr Leben radikal ein, und nehmen damit einschneidende wirtschaftliche Konsequenzen in Kauf.

Aber wir alle tun das, weil es das Richtige ist. Weil wir in einer Gesellschaft leben wollen, in der jedes Leben gleich viel wert ist. In der die, denen es gut geht, auf die schauen, denen es nicht so gut geht. Wir zeigen damit, dass das für uns nicht nur Worte sind, sondern, dass uns diese Worte auch etwas wert sind, und dass wir im Ernstfall danach handeln. Dafür jedem ein herzliches Danke.

Trotz der aktuellen Situation wünschen wir Ihnen schöne und vor allem gesunde Ostern im Kreis ihrer Familie. Bitte halten Sie weiterhin die basalen Hygienemaßnahmen (Nies/Hustettikete - regelmäßiges Händewaschen, etc...) ein.

Bleiben Sie gesund & bleiben Sie zuhause! Wir bleiben für sie da.

      

                       Dres. med. M. Mittendorfer / S. Butz / S. Knöll / P. Fieweger

Ertingen am 31.03.2020

Coronavirus 11 - Der Tanz mit dem Hammer

Viele Menschen fragen sich, wie lange die Maßnahmen, die aktuell eingeführt wurden, noch anhalten müssen, um die aktuelle Situation in den Griff zu bekommen. Diese Frage ist sicher gerechtfertigt und im Folgendem versuchen wir diese, für sie, zu erklären. Eine Antwort können wir leider nicht geben. Aktuell haben wir in Deutschland über 66.000 Erkrankte und glücklicherweise, im Vergleich mit anderen Ländern, wenige, nämlich 645 Tote. Trotzdem stehen wir erst am Anfang dieser Pandemie in Deutschland.

politische Strategien



Grundsätzlich gibt es 3 Möglichkeiten die hier zur Diskussion stehen:

1) Nichts zu tun um die Wirtschaft zu retten: dieser Weg würde uns tausende, wenn nicht zehntausende oder noch mehr, Leben kosten, nicht nur durch das Coronavirus, sondern auch durch sogenannte "Kollateralschäden" (der Verkehrsunfall der nicht behandelt werden kann weil alle Intensivbetten voll sind, der Herzinfarkt der aus gleichem Grund nicht behandelt werden kann, oder auch die Oberschenkelfraktur)

2) Abschwächung: Wir isolieren nur unsere Risikopatienten, wie es aktuell auch in Schweden gemacht wird, und überlassen die restliche Bevölkerung der Erkrankung, da für diese nur wenig Risiko besteht. Gleichzeitig hoffen wir auf eine Herdenimmunität (wenn der Großteil der Bevölkerung immun ist kann sich der Virus nicht mehr weiterverbreiten). Hierbei sollte man aber auch bedenken, dass Schweden prozentual zu den Krankheitsfällen eine deutlich höhere Sterblichkeit als Deutschland aufweist, und auch, dass auch junge Menschen durchaus schwere Verläufe haben können, und daran versterben werden.

3) Unterdrückung: man führt massive Maßnahmen ein, um die gesamte Bevölkerung zu schützen und eine bestmögliche medizinische Versorgung (durch Verzögerung der Infektion und dadurch gleichzeitig weniger Kranke) zu gewährleisten. Auch der Preis dieser Maßnahme ist nicht gering, die wirtschaftlichen Folgen sind voraussichtlich über Jahre nicht abzuschätzen.

Die deutsche Regierung hat aktuell den dritten Weg (Unterdrückung/Suppression) gewählt, leider jedoch erst zu einem Zeitpunkt, zu dem in Deutschland schon mehr Infizierte waren, als in Italien als dort ähnliche Maßnahmen eingeführt wurden. Die Maßnahmen sind aktuell auch noch deutlich lockerer als in Österreich, Frankreich, Spanien oder Italien. Dementsprechend müssen wir auch mit deutlich höheren Fallzahlen als in Italien rechnen.

Das Ziel aller Maßnahmen ist dabei immer, die Reproduktionsrate R (=Ansteckungsrate) auf kleiner als 1 zu reduzieren. Aktuell steckt ein Coronaviruspatient 2-3 gesunde Menschen an. Erst wenn diese Zahl <1 ist (also jeder Erkrankte im Schnitt weniger als einen Gesunden ansteckt) geht die Zahl der gesamt Infizierten zurück und erst dann können die Maßnahmen etwas gelockert werden ohne die Szenarien 1 oder 2 zu bewirken.

Aber welche Maßnahmen sind am wirkungsvollsten?

Maßnahmen


Am wirkungsvollsten ist das massive Testen. Darum empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation aktuell auch deutlich mehr Menschen zu testen. Deutschland testet ca 300.000-500.000 Menschen pro Woche. Dies ist jedoch noch immer deutlich zu wenig und alleine reicht es nicht aus. Wie man an der Tabelle oben sehen kann benötigt es eine Reihe weiterer Maßnahmen wie Schulschließungen, Restaurantschließungen, soziale Distanzierung und vieles mehr um eine Reproduktionsrate R unter 1 zu erreichen.

Neben der Testung hat dabei vor allem die sozialen Distanzierung einen großen Stellenwert. Die soziale Distanzierung wird aber gerade in Deutschland noch sehr locker gesehen.

Soziale Distanzierung


Schon eine soziale Distanzierung die nur einen Tag später begonnen wird führt zu einer 40% höheren Infiziertenzahl. Es ist daher wichtig, dass wir alle umgehend unsere persönlichen sozialen Kontakte noch weiter einschränken.

Schließlich muss man um die initiale Frage, wie lange die Maßnahmen andauern müssen, zu beantworten, aber auch noch das Coronavirus selbst betrachten. Aktuell haben wir keine Medikamente und auch keine Impfung gegen den Erreger zur Verfügung. Kein Mensch ist vor ihm geschützt, kein Land und auch kein Kontinent. Das Virus ist jedoch keine feste unveränderliche Materie, sondern unterliegt wie jeder Organismus der Evolution und verändert sich so mit jeder Generation an Viren.

Virusmutation


Das heißt im Umkehrschluss aber auch, dass die jungen Infizierten von heute, die sich im Anschluss an die durchgemachte Infektion vielleicht nun immun fühlen (es liegt auch eine gewisse Immunität vor - wie lange diese allerdings anhält weiß man nicht), morgen durch eine Mutante des Virus erneut befallen werden können. Auch können junge Menschen so, durch z.B. Lungenschäden durch die Erstinfektion, Risikopatienten für jede weitere Infektion werden. In der bestehenden Risikopopulation kann das Virus so auch ohne Einschränkung weiterwüten.

Als einzige sinnvolle Option steht daher in allen Ländern nur eine maximale Unterdrückung des Virus bis zur Entwicklung von Medikamenten oder einer Impfung zur Verfügung. Dies verlangsamt auch die Mutation des Virus. 


 

In dieser Zeit müssen wir, und damit meinen wir jeden einzelnen von uns, die Erkrankung besser kennenlernen. Die Bevölkerung muss lernen Hygienemaßnahmen einzuhalten und manche Einschränkungen wie das Verbot von Massenveranstaltungen werden bis zur Entwicklung von Impfungen oder Medikamenten bestehen bleiben müssen. Andere Maßnahmen, wie die Schulschließungen, kann man jedoch sicher ab einem gewissen Zeitpunkten lockern, um sie bei neuen Ausbrüchen wieder einzuführen. 


Den genauen zeitlichen Rahmen legen dabei unsere Politiker fest - sie sind es, die den Tanz mit dem Hammer durchführen. Es liegt jedoch an uns allen durch ein solidarisches Verhalten, dass Beste aus dieser Situation zu machen. Nur gemeinsam können wir dieses Problem meistern. Das Beste der Menschen hat sich im Lauf der Geschichte  immer in großen Herausforderungen und Krisen gezeigt und wir sind überzeugt, dass auch diese Herausforderung die Welt zu einer besseren machen kann - wenn wir bereit sind durch Solidarität und Hilfsbereitschaft, anstatt Egoismus und Rücksichtslosigkeit, einander zu unterstützen.

                    Dres. M. Mittendorfer / S. Butz / P. Fieweger / S. Knöll


Ertingen am 27.03.2020

Infektsprechstunden

Ab kommenden Montag, dem 30.03.2020, bieten wir in unserer Praxis, jeweils Dienstag und Donnerstag Nachmittag, Infektsprechstunden an. In diesen Sprechstunden werden ausschließlich Patienten mit fieberhaften Infekten behandelt und das gesamte Praxispersonal ist angewiesen entsprechende Schutzkleidung während dieser Sprechstunden zu tragen. Für die Sprechstunde braucht man wie gewohnt einen telefonisch vereinbarten Termin. Im Anschluss werden die entsprechenden Räumlichkeiten grundgereinigt.

Außerhalb dieser Sprechstunden werden nur infektfreie Patienten betreut. Dies ermöglich uns, für unsere älteren multimorbiden. Patienten, wie gewohnt Sprechstunden anzubieten, jedoch ohne die Gefahr sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Wir bitten daher dringend diese Trennung strikt einzuhalten.

Auch bieten wir, als Coronaschwerpunktpraxis, in dieser für uns alle schwierigen Zeit,  anderen Praxen des westlichen Landkreises, im Rahmen dieser Infektsprechstunden, Behandlungen ihrer Patienten als Vertretungsärzte an, um das zur Verfügung stehende Schutzmaterial vernünftig zu nutzen und die Kollegen zu entlasten. Für Patienten anderer Praxen bedarf es dazu eine zwingende Anmeldung durch deren Hausarztpraxis unter unserer den Praxen bekannten Arzthotline. Patienten ohne Termin werden grundsätzlich in diesen Sprechstunden soweit med. vertretbar nicht behandelt.

mit freundlichen Grüßen

                        Ihr Praxisteam


Ertingen am 23.03.2020

Auswirkungen der Abstandsregeln

  • Soziale Distanzierung
  • Belastungsgrenze Gesundheitssystem
  • Fallzuwachs

Quelle: Pressekonferenz MP Kretschmann vom 20.3.2020


Ertingen am 21.03.2020

Medizinische Fakten - Coronavirus

Momentan prasseln tägliche viele Information auf uns bezüglich dieser neuen Erkrankung ein, viele davon sind leider auch eindeutige Falschmeldungen. Wir haben daher hier ein paar Fakten gesammelt:

- Inkubationszeit: bis maximal 14d 

- Ansteckungsfähigkeit: Wahrscheinlich noch 8d nach dem ersten Auftreten von Symptomen

- Immunität nach durchgemachter Infektion: ja, allerdings unklar wie lange dieser Schutz anhält

- Übertragung: Mensch-zu-Mensch Übertragung in Form von Tröpfchen durch Sekrete des Respirationstraktes (Niesen/Husten)
        - Hände als Überträger: Über Kontakt mit Speichel oder Aerosolen (Husten/Niesen - Berührungen im Gesicht)
        - Übertragung über unbelebte Flächen: möglich nach bspw. berühren kürzlich verunreinigter Gegenstände

        - Übertragung über Stuhlgang: nicht möglich  / sexuelle Übertragung: nicht möglich

- ein Infizierter steckt 2-3,3 andere Menschen an - daher ist es wichtig, infizierte zu isolieren

- aktuell ist von einer Abnahme der Infektiösität bei höherer Temperatur und höherer Luftfeuchtigkeit anzunehmen

- Eindämmungsmaßnahmen zur Infektionskontrolle zeigen Erfolge in China, Taiwan, Singapur und Südkorea

- Eindämmung der Infektion durch Verhinderung der Übertragung gilt derzeit als wichtigste Maßnahme

- Symptome: Fieber, Husten, Schwäche, Halsschmerzen, Diarrhö, Muskelschmerzen (in absteigender Häufigkeit)


- Warnzeichen für schweren Verlauf: zunehmende Atemnot

- Milde Verläufe (>80%) aller Infektionen

- Schwere Verläufe: Bei bis zu 14%, bei 5% Auftreten einer kritischen Krankheit mit akuter Lebensgefahr

- Sterblichkeit ca. 0,5 -3%

- Derzeit besteht keine Evidenz, dass Säuglinge und Kleinkinder ein hohes Risiko für schwere Verläufe aufweisen - dennoch sollten wir die Maßnahmen für Infektionsschutz und Prävention insbesondere für Kinder mit Grunderkrankungen unbedingt beachten.

- bisher gibt es keine Medikamente oder Impfungen gegen diese Erkrankung

- Die Einnahme von Ibuprofen ist nicht mit schweren Verläufen verbunden

- ACE Hemmer sollen nicht abgesetzt werden - vor einem Absetzen wird aktuell auch deutlich abgeraten

Wir hoffen wir konnten ihnen einen kleinen Überblick über die aktuelle Datenlage geben.

Achten Sie auf sich, aber achten Sie auch auf andere. Haben Sie ältere Nachbarn, die vielleicht aktuell aufgrund Ihrer Krankheiten besonders gefährdet sind und zuhause bleiben sollten? Bieten Sie diesen an für sie einzukaufen um ihnen das zuhausebleiben zu ermöglichen und sich zu schützen.

Es ist Zeit zusammenzuhalten und denen zu helfen, die es nicht können! Auch Sie könnten auf Hilfe angewiesen sein.

mit freundlichen Grüßen

                         Dres. med. M. Mittendorfer / S. Butz / P. Fieweger / S. Knöll

Ertingen am 20.03.2020

Coronavirus! - Teil 10

In 5 Tagen konnten wir knapp 350 Abstriche durchführen. Aufgrund der hohen landesweiten Nachfrage konnte das Labor leider noch nicht alle Abstriche abarbeiten. Alle Patienten bekommen jedoch direkt vom Gesundheitsamt Bescheid über ihr Ergebnis. Bis zur Ergebnismitteilung durch das Kreisgesundheitsamt besteht eine Quarantäne nach dem IfSG.

Ab dem 23.03.2020 (Montag) werden wir auch für den Landkreis Sigmaringen Testungen vornehmen und die neu eingerichtete Sichtungsstelle am Flugplatz Hohentengen unterstützen. Das heißt wir werden immer morgens zwischen 10-12 Uhr Abstriche für den Landkreis Biberach durchführen und nachmittags von 14-16 Uhr für den Landkreis Sigmaringen. Das "Drive Through" System hat sich dabei als extrem effektiv erwiesen und wir freuen uns unseren Landkreis und unseren Nachbarlandkreis so effektiv unterstützen zu können und unserer Verantwortung gerecht zu werden.

In der Zwischenzeit ging heute zusätzlich in Biberach die Sichtungsstelle des DRK in Betrieb (am Gelände der SANA Klinik). Hier sollen Patienten sowohl getestet als auch triagiert werden. Die Sichtungsstelle wird ebenfalls nur nach Anmeldung durch das Gesundheitsamt von 8 - 20 Uhr betrieben.

Nur durch eine äußerst umfangreiche und rasche Testung können wir aktuell das Virus eindämmen und weitere Infektionen vermeiden.

Bitte helfen Sie weiter mit und beachten sie die Empfehlungen: regelmäßiges Händewaschen mit Seife, Mindestabstand von 1,5-2m zu Personen die nicht in Ihrem Haushalt wohnen und die Nies-/Hustetikette. Ihre heutige Rücksichtnahme kann morgen das Leben Ihrer Liebsten retten.

Je mehr wir jetzt zusammenhalten, desto besser werden wir diese Situation gemeinsam meistern. Wir sind zuversichtlich, dass wir auch das schaffen, wie Europa, dieses Land und unser Landkreis schon vieles gemeinsam gemeistert hat. 

Vielen Dank.

                        Ihr Praxisteam



Ertingen am 18.03.2020

Coronavirus! - Teil 9

Wie uns heute mitgeteilt wurde, konnten wir den gesamten Stau an Abstrichen, der im Landkreis Biberach bis dato vorlag, bis heute abarbeiten. Dementsprechend finden ab sofort nur mehr zeitnahe Testungen von Patienten statt und auch die Wartezeit auf die Ergebnisse verringert sich daher für die betroffenen Patienten (und damit auch die Quarantäne für Patienten mit negativem Befund).


Diese unglaubliche Leistung in dieser kurzen Zeit ist in erster Linie nur durch unsere ärztlichen und nicht ärztlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen möglich, die einerseits die Testung durchführen, auf der anderen Seite jedoch auch die Bürokratie im Hintergrund abarbeiten. Vielen Dank - wir sind stolz auf jede/n einzelnen von euch!

mit freundlichen Grüßen

                              Dres. med. M. Mittendorfer / S. Butz


Ertingen  am18.03.2020

Coronavirus! - Teil 8

Erfreulicherweise bekamen wir Angebote von Seiten der Gemeinde Ertingen und lokaler Vereinen, welche Hausbesuchsdienste und Einkäufe für Sie übernehmen können. Sollten Sie älter als 65 sein, sowie chronische Krankheiten haben sollten sie aktuell die Öffentlichkeit dringend meiden. Wenn Sie niemanden haben der Ihre Versorgung übernehmen kann melden Sie sich bitte bei uns. Wir können entsprechendes in die Wege leiten damit Ihre Versorgung sichergestellt ist.

Achten Sie auf sich, aber achten Sie auch auf andere. Haben Sie ältere Nachbarn, die vielleicht aktuell aufgrund Ihrer Krankheiten besonders gefährdet sind und zuhause bleiben sollten? Bieten Sie diesen an für sie einzukaufen um ihnen das zuhausebleiben zu ermöglichen und sich zu schützen.

Es ist Zeit zusammenzuhalten und denen zu helfen, die es nicht können! Auch Sie könnten auf Hilfe angewiesen sein.

mit freundlichen Grüßen

                  Ihr Praxisteam 

Ertingen am 17.03.2020

Coronavirus! - Teil 7

Die Testung auf das neue SARS-CoV19 Virus in Ertingen ist gestern erfolgreich angelaufen. Bis heute konnten bereits circa 100 Testungen durchgeführt werden.

Wir möchten hierbei den Patienten, die sich, aufgrund ihrer Zustimmung zum Test bis zu dessen Ergebnis, einer Quarantäne unterziehen, um uns alle vor Ansteckungen zu schützen, ausdrücklich danken. Dies ist keine Selbstverständlichkeit.

Umso verstörender empfinden wir, dass so mancher "Ureinwohner" nichts besseres zu tun hat, als mehr oder weniger die Testung zu kontrollieren und zu beobachten wer zur Testung kommt. Diese Stigmatisierung aufrechter Bürger welche sich zu unser allem Wohlergehen untersuchen lassen verurteilen wir zutiefst. Ob diejenigen die sich so verhalten selbst die Größe hätten sich untersuchen zu lassen bezweifeln wir.

Wir bitten daher sowohl die Straße hinter der Praxis als auch die Einfahrt und Ausfahrt während der Testungen zügig zu überqueren und die Patienten in Ruhe passieren zu lassen. Autos aufzuhalten und mit Patienten zu reden (ohne Schutzkleidung) - wie bereits mehrmals beobachtet - stellt für sie ein deutlich erhöhtes Infektionsrisiko dar und ist eine Belästigung für die Patienten und eine Behinderung der weiteren Testungen. 

mit freundlichen Grüßen

                  Ihr Praxisteam




Ertingen am 17.03.2020



Coronavirus! - Teil 6



Aufgrund der zunehmend Ausbreitung des Virus im Landkreis Biberach gelten ab heute zeitlich offen folgende Empfehlungen zu Ihrem Schutz:



 - elektive Untersuchungen (Gesundheitsuntersuchungen, Ultraschalluntersuchungen, Rehaanträge) werden bis auf weiteres auf September verschoben.



- es werden keine neuen Termine für o.g. Untersuchungen aktuell vereinbart.



- wir empfehlen dringend in unseren Praxisräumen 1,5m Abstand zu halten, sollte das Wartezimmer voll sein, warten sie im Freien.



- nicht notwendige Termine bitten wir tunlichst zu unterlassen.



- Krankmeldungen für banale Infekte können telefonisch nach Rücksprache mit dem Arzt ausgestellt werden und elektronisch übermittelt werden.

- Personen über 65 empfehlen wir zum Selbstschutz das Haus / oder die Wohnung nur in wirklich notwendigen Situationen zu verlassen.



- wir bitten dringend alle unnötigen sozialen Kontakte einzustellen.



Achten Sie auf sich, aber achten Sie auch auf andere. Haben Sie ältere Nachbarn, die vielleicht aktuell aufgrund Ihrer Krankheiten besonders gefährdet sind und zuhause bleiben sollten? Bieten Sie diesen an für sie einzukaufen um ihnen das zuhausebleiben zu ermöglichen und sich zu schützen.



Es ist Zeit zusammenzuhalten und denen zu helfen, die es nicht können! Auch Sie könnten auf Hilfe angewiesen sein.



           Dres. M. Mittendorfer / S. Butz / S. Knöll / P. Fieweger




Ertingen am  15.03.2020

Coronavirus! - Teil 5

Aufgrund der zunehmenden Ausbreitung des Virus im Landkreis Biberach werden wir ab morgen, dem 16.03.2020, eine Virusteststation im hinteren Bereich unserer Praxis etablieren (siehe Foto). Diese wird ohne aussteigen ähnlich wie in Südkorea betrieben. Dies kann gegebenenfalls stundenweise die Durchfahrt hinter dem Krähbrunnenplatz erschweren. Wir bitten dies zu entschuldigen. Die Maßnahme ist mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Biberach abgesprochen. Die Testungen können nur nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt in Anspruch genommen werden.


Als eine der größten Praxen im westlichen Landkreis haben wir in dieser Situation eine große Verantwortung. Dieser wollen wir mit dieser Maßnahme gerecht werden und ein Teil der Lösung sein. 

Die Mithilfe unseres Teams an dieser Leistung ist eine freiwillige Entscheidung jedes einzelnen gewesen. Als Arbeitgeber möchten wir daher unserem Team an dieser Stelle herzlich danken, welches sich in dieser Krise bis jetzt herausragend verhalten hat und nun einmal mehr seine uneingeschränkte Bereitschaft, sich für unsere Patienten und die Bewohner des Landkreises einzusetzen, zeigt. Wir sind froh unser Team in dieser Situation an unserer Seite zu wissen.

                 Dres. M. Mittendorfer / S. Butz / S. Knöll / P. Fieweger

Ertingen am 15.03.2020

Coronavirus! - Teil 4

Leider ist es mittlerweile Gewissheit, dass das neue SARS-CoV2 (Coronavirus) sich im Landkreis ausbreitet, und es wird nicht lange dauern bis es auch in Ertingen ist.

Einmal mehr möchten wir sie daher an die basalen Hygienemaßnahmen erinnern um die weitere Ausbreitung zu verlangsamen oder gar zu stoppen. Waschen Sie regelmäßig ihre Hände mit Seife, Niesen und Husten sie in die Ellenbeuge.

In unserer Praxis gelten ab sofort strengere Hygienemaßnahmen:

           - desinfizieren sie vor betreten der Praxis und vor verlassen der Praxis Ihre Hände (links vom Eingang)

           - halten Sie Abstand (mindestens 1,5m wenn möglich), anstatt im Wartezimmer zu warten gehen sie vielleicht noch etwas  nach draußen

           - wir verzichten auf ein Händeschütteln, wir schenken Ihnen lieber ein Lächeln

          - mit akuten Infekten rufen Sie bitte vorher an, ob sie die Praxis überhaupt betreten dürfen, Krankmeldungen und Rezepte können auch ohne Kontakt ausgeschrieben werden, akute Erkrankungen werden natürlich umgehend ärztlich behandelt.

Auch möchten wir sie bitten, ihre Kontakte, am besten ALLE sozialen Kontakte, auf ein Minimum zu beschränken. Diese Kontakte können Leben kosten. 

Achten Sie auf sich, aber achten Sie auch auf andere. Haben Sie ältere Nachbarn, die vielleicht aktuell aufgrund Ihrer Krankheiten besonders gefährdet sind und zuhause bleiben sollten? Bieten Sie diesen an für sie einzukaufen um ihnen das zuhausebleiben zu ermöglichen und sich zu schützen.

Es ist Zeit zusammenzuhalten und denen zu helfen, die es nicht können! Auch Sie könnten auf Hilfe angewiesen sein.

           Dres. M. Mittendorfer / S. Butz / S. Knöll / P. Fieweger


Ertingen am 13.03.2020

Coronavirus! -Teil 3

Leider ist es mittlerweile Gewissheit, dass sich das neue SARS-CoV2 (Coronavirus) nicht mehr aufhalten lassen wird. In ganz Europa kommt es daher zu tiefgreifenden Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Infektionsrate zu verlangsamen, und so das Gesundheitssystem und die Kapazitäten der Krankenhäuser nicht zu überlasten.

Dies ist nur durch ein solidarisches gemeinsames Verhalten aller Menschen zu bewerkstelligen und es erfordert Opfer von uns allen.

Wir empfehlen daher ab sofort und zeitlich offen:

          - Vermeiden Sie Besuche in Altersheimen und Krankenhäusern

Alte Menschen und kranke Menschen gehören zu der gefährdetsten Gruppe unser Gesellschaft. Die Sterblichkeit unter Ihnen ist besonders hoch. Sie sollten daher keine Besuche in Altersheimen oder Krankenhäusern durchführen Dies dient in erster Linie dazu, dass sie den Erreger von außen nicht in diese Einrichtungen bringen.  Ausgenommen von dieser Empfehlung sind Palliativstationen und Kinderstationen.

        - Reduzieren sie ihr soziales Leben auf ein Minimum

Dies ist ein essentieller Schritt um die Verbreitung einzudämmen. Private Treffen, Gottesdienste, Geburtstagsfeiern, aber auch Kontakte in der Familie, zu den Enkelkindern und ähnliches sind potentielle Infektionswege. Es ist daher im Interesse der gesamten Gesellschaft hierauf zu verzichten.

         - Prüfen Sie die Möglichkeit von Home Office Arbeitsplätzen

Auch der Arbeitsplatz ist ein potentieller Infektions- und Verbreitungsweg. Gegebenenfalls können Sie von zuhause arbeiten?

         - Überlegen Sie Möglichkeiten der Kinderversorgung im Rahmen von Schulschließungen

Durchaus kann es nötig sein, dass auch Schulen geschlossen werden. Prüfen Sie in diesem Fall die Möglichkeiten der Versorgung Ihrer Kinder. Reden Sie mit Freunden und Nachbarn ob es zeitliche Möglichkeiten gibt dies zu überbrücken. Auf keinen Fall sollten die Kinder im Falle von Schulschließungen von den Großeltern beaufsichtigt werden.

Nichts desto trotz ist dies kein Grund zu Angst und Panik. Es handelt sich bei diesem Virus für den Großteil der Bevölkerung nicht um eine besonders gefährliche Erkrankung. Für unsere älteren Mitmenschen kann die Erkrankung jedoch durchaus gefährlich werden.

Es liegt daher an uns allen, durch ein vernünftiges und angepasstes Verhalten die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und diese besonders gefährdete Menschengruppe zu schützen.

Für Rückfragen steht Ihnen das Praxisteam und auch das Gesundheitsamt Biberach jederzeit zur Verfügung.

Wir danken Ihnen, dass Sie mit ihrem Verhalten mithelfen, diese Situation zu bewältigen.

                  Dres. M. Mittendorfer / S. Butz / S. Knöll / P. Fieweger


Ertingen am 10.03.2020

Coronavirus! - Teil 2

Immer intensiver rückt die Berichterstattung über das neue SARS-CoV2 (Coronavirus) an immer prominentere Stelle in den Medien und auch regional kommt das Virus näher. Erste Fälle im Landkreis Biberach, aber auch die Grenzschließung zwischen Österreich und Italien und die rigorosen Maßnahmen in Italien zeigen, in welcher Nähe sich die Krankheit bereits befindet. Leider muss man davon ausgehen, dass sich das Virus nicht einschränken lassen wird und es zu einer regelrechten Pandemie kommen wird. Das vorrangige Ziel ist daher aktuell, die Ausbreitung zu verlangsamen, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. 

Nichts desto trotz ist dies nach wie vor kein Grund für Angst oder gar Panik. Viel mehr sollte man sich nun fragen, für wen dieses Virus wirklich eine Gefahr darstellt und wie man diese Personen schützen kann. Alle Daten, die uns aktuell vorliegen, zeigen auf, dass dieses Virus vor allem für ältere multimorbide Menschen (Menschen die z.B.: an einer COPD, Diabetes mellitus, einer koronaren Herzekrankung, Rheuma oder an anderen chron. Erkrankungen leiden) gefährlich ist.  Für diese Menschen kann dieses Virus durchaus lebensbedrohliche Konsequenzen haben. Für Kinder und gesunde Erwachsene stellt das Virus erfreulicherweise deutlich weniger Gefährdung dar.

Wir empfehlen daher aktuell, zum Schutz dieser Personengruppe (unsere Eltern/Großeltern), eine Umkehrisolation dieser Menschen. Das heißt, dass Besuche bei älteren Familienangehörigen auf ein Minimum reduziert werden sollten. Auch Besuche im Altenheim sollten vermieden werden. Ältere, immungeschwächte Menschen sollten Personenansammlungen meiden. Gegen Telefonkontakte oder Videotelefonie ist freilich nichts einzuwenden. Man muss leider davon ausgehen, das junge Menschen den Virus zu älteren bringen, welche dann unter Umständen schwer krank werden oder sogar versterben.

Basale Hygieneregeln, wie das mehrmals tägliche Händewaschen, das Niesen und Husten in die Ellenbeuge, etc... gelten natürlich unverändert weiter. Auch gilt weiterhin, dass alle Patienten mit grippalen Symptomen und einem Aufenthalt in einem Risikogebiet innerhalb der letzten 14d oder Kontakt zu einem COVID19 Erkrankten innerhalb der letzten 14d sich vor Besuch in unserer Praxis telefonisch bei uns melden müssen. Die Praxis darf von dieser Personengruppe nach wie vor nicht betreten werden. Einer unserer Ärzte wird sie nach Kontaktaufnahme zurückrufen und das weitere Vorgehen mit Ihnen festlegen.

Für unsere Patienten ab dem 60. Lebensjahr empfehlen wir aktuell dringend, ihren Impfpass zu kontrollieren. Sollte die ab dem 60. Lebensjahr mögliche Pneumokokkenimpfung (Impfung gegen Lungenentzündung) noch nicht durchgeführt sein, sollte diese rasch nachgeholt werden. Es ist davon auszugehen, dass es bei einer Coronavirusinfektion zu begleitenden Lungenentzündungen mit Pneumokokken kommen kann (wie auch bei der Influenza), vor denen diese Impfung schützt. Eine Koinfektion mit Pneumokokken kann den Verlauf der Virusinfektion deutlich verschlechtern.

Ergänzend hat das Landratsamt Biberach ein Bürgertelefon unter der Telefonnummer 07351 52 7070 eingerichtet. Hier erreichen sie auch am Wochenende speziell geschulte Mitarbeiter des Landkreises, die Ihnen Informationen bezüglich dem Coronavirus und Verhaltensempfehlungen geben können. Auch werden Abstriche zum Nachweis des Virus dort zentral terminiert.

Für Rückfragen stehen wir oder das Gesundheitsamt Ihnen jederzeit zur Verfügung

mit freundlichen Grüßen

                    Ihr Praxisteam

Ertingen am 29.02.2020

Coronavirus!

In den letzten Wochen und Tagen konnten wir eine zunehmende Berichterstattung über das neue SARS-CoV-2 (Coronavirus) beobachten. Auch kam es zu subjektiv übermäßigen Reaktionen wie Isolierungen von Menschen, Institutionen oder auch ganzer Orte oder Regionen.

Dieses Vorgehen ist gesundheitspolitisch in diesem Stadium einer Pandemie (weltweiten Infektionsausbreitung) durchaus als gerechtfertigt anzusehen. Aktuell geht es darum den Virus lokal begrenzt zu halten, und eine weitere Ausbreitung zu verhindern auch wenn dies allen große Opfer abfordert. Die rigorose Isolation stellt klassischer Weise dies Stufe I des WHO Pandemieplans dar.

Aber wodurch ist ein SARS-CoV2 Fall überhaupt definiert?

     - unspezifische Allgemeinsymptome oder akute Atemwegserkrankung jeder Schwere

     - Kontakt mit einem bestätigten COVID 19 (gesicherte SARS - CoV-2 Erkrankung) Fall

     - oder Aufenthalt in einem Risikogebiet bis max. 14d vor Erkrankungsbeginn (Risikogebiete) - aktuell Teile Italiens, des Irans,        

        Chinas, und Südkoreas.

In diesen Fällen ist eine Isolation und Meldung an das Gesundheitsamt vorgesehen/empfohlen. 

Auch wenn es sich aktuell bei SARS-CoV2 um einen Virus handelt, der glücklicher Weise keine große Sterblichkeit aufweist (in Endbeobachtung sehr wahrscheinlich in der Größenordnung der Influenza Erkrankung - aktuell da viele Fälle noch unbekannt sind liegt die Sterblichkeit noch etwas höher), ist das aktuelle rigorose Vorgehen medizinisch absolut richtig um diese Viruserkrankung im Idealfall wieder aus dem Erkrankungspool der Menschheit zu löschen und so nicht eine "2te jährliche Grippewelle" zu provozieren. Aktuell sind auf keinen Fall Atemschutzmasken bzw. Desinfektionsmittel für zuhause empfohlen. Leider ist in den letzten Tagen ein sprunghafter Kauf dieser Produkte durch Privatpersonen zu verzeichnen gewesen und in Deutschland kommt es dadurch bereits zu Lieferengpässen dieser Produkte für Krankenhäuser und Ärzte, was durchaus die medizinische Versorgung gefährden kann (z.b. Operationen ohne Mundschutz unmöglich). Für zuhause empfiehlt sich aktuell nur regelmäßiges gründliches Händewaschen und basale Hygienemaßnahmen wie niesen/husten in die Ellenbeuge anstatt in die Hand die man dem nächsten reicht.

Aus o.g. Definition des Coronaverdachtfalles sehen sie leider auch ein riesengroßes Problem für die niedergelassene Ärzteschaft in Deutschland. Sollte ein Verdachtsfalls auf SARS-CoV2 eine Praxis betreten und hier einen positiven Test auf dieses Virus erhalten müsste die betroffene Arztpraxis für 14d geschlossen werden um eine Weiterverbreitung zu verhindern. 

Wir bitten daher dringend alle Patienten mit entsprechenden grippalen Symptomen und einer entsprechenden Reiseanamnese oder bei Kontakt mit einem gesicherten COVID 19 Fall unsere Praxis nicht zu betreten sondern telefonischen Kontakt mit uns (07371 96090) oder dem Gesundheitsamt Biberach (07351 52 171) aufzunehmen. Einer unserer Ärzte wird sie in eigens dafür eingerichteten Telefonsprechstunden kontaktieren und gegebenenfalls die Notwendigkeit eines Hausbesuches festlegen (ein Hausbesuch ist entsprechend der aktuellen Empfehlungen nur zulässig, um eine Einweisungsindikation abzuklären). Entsprechende Rezepte/Krankmeldung etc... bitten wir durch gesunde Dritte (Großeltern, Kinder) in unserer Praxis abholen zu lassen.

Zusammenfassend möchte wir noch einmal bestärken, dass es sich bei der SARS-CoV2 Infektion um keinen Grund handelt in Angst oder Panik zu verfallen. Es handelt sich schlichtweg um eine neue Erkrankung für die Menschheit und die aktuellen rigorosen Maßnahmen dienen in erster Linie dazu dieser Erkrankung keine dauerhafte Möglichkeit der Existenz im Menschen und damit zu regelmäßigen Infektwellen zu ermöglichen.

Für Rückfragen stehen wir oder das Gesundheitsamt Biberach Ihnen jederzeit zur Verfügung.

mit freundlichen Grüßen

                                  Dres. M. Mittendorfer / S. Butz / S. Knöll / P. Fieweger



Ertingen am 11.12.2019

Energiebilanz 2014-2019

Es freut uns Ihnen heute die Energiebilanz unserer Praxis vorzustellen. Durch konsequenten Umstieg auf energiefreundliche Elektrogeräte (LED Beleuchtung, neue Kühlgeräte für Medikamente, neue Ultraschallgeräte, neue Computeranlage, etc...) konnten wir seit 2014 kontinuierlich eine massive Einsparung an Elektrizität und damit eine deutliche Reduktion unseres ökologischen Fußabdrucks erreichen. Auch beziehen wir unseren Strom zu 100% aus regionaler, erneuerbarer Wasserkraft.

Verbrauchte die Praxis 2014 noch ca. 7348kwH Strom im Jahr reduzierte sich der Stromverbrauch auf 4927kwH in 2017. Durch Austausch von Geräten Mitte 2017 war eine weitere Reduktion um weitere knapp 400kwH auf 4533kwH 2018 möglich. 2019 konnten wir durch weitere energiesparende Maßnahmen den Stromverbrauch um weitere 300kwH auf 4232kwH senken.

Wir hoffen damit einen kleinen Beitrag zum Erhalt unserer Umwelt zu leisten. 

                     mit freundlichen Grüßen

                                              Ihr Praxisteam


Ertingen am 7.11.2019


Glasfaser in Ertingen!

Die Telekom beschleunigt den Glasfaserausbau in Deutschland. Die Gemeinde Ertingen hat die Chance, jetzt dabei zu sein. Voraussetzung ist, dass zwischen voraussichtlich September 2019 und März 2020 ca. 1000 Anschlüsse beauftragt werden. Dann wird die Telekom im Ausbaugebiet Bandbreiten von bis zu 1 Gigabit pro Sekunde (GBit/s) anbieten. Wer sich bis März 2020 für ein Glasfaser-Produkt von der Telekom entscheidet, bekommt den Hausanschluss kostenfrei und spart somit 799,95 EUR. 

"Es ist ein einmaliges Angebot für die Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde. Das ist ein Quantensprung in der Digitalisierung", sagt Jürgen Köhler, Bürgermeister von Ertingen. "Es liegt nun allein an uns, ob die jahrelangen Forderungen nach gutem Breitband in die Tat umgesetzt werden - und das ohne öffentliche Mittel des Landes oder der Kommune."  Quelle: telekom.de Presseportal

In einer Zeit, in der es immer schwerer wird die ärztliche Versorgung auf dem Land sicherzustellen, stellt der Glasfaserausbau - der in vielen Ländern Europas schon seit Jahren auch in den ländlichsten Teilen Realität ist - eine der wenigen Möglichkeiten der Sicherstellung der medizinischen Versorgung in der Zukunft dar. 

Wir rechnen innerhalb der nächsten 5 Jahren mit einer massiven Berentungswelle der Ärzte im westlichen Landkreis sowie im Nachbarlandkreis und ggf. einer Versorgungslücke in diesem Bereich. 

Die Telemedizin (mit Fernbetreuung durch weit entfernte Ärzte) stellt eine Möglichkeit der Versorgung des ländlichen Raumes in der Zukunft dar (Videosprechstunde). Dies setzt jedoch eine funktionierende Infrastruktur voraus. In Ertingen besteht aktuell die einmalige Gelegenheit diese Infrastruktur für die Bürger kostenfrei zu etablieren.

Wir unterstützen daher dieses Projekt daher vollumfänglich, da wir hierin eine der wenigen Möglichkeiten einer heimatnahen Versorgung von Patienten in ländlichen Bereichen für die Zukunft sehen.

                          mit freundlichen Grüßen


                                      Dres. med. M. Mittendorfer / S. Butz


Ertingen am 15.10.2019

Wenn die Qualität stimmt....

 ... ist auch eine Begehung durch das Regierungspräsidium kein Albtraum. Am 04.10.2019 fand in unseren Praxisräumlichkeiten eine Begehung bezüglich unserer Medizinprodukte durch das Regierungspräsidium Tübingen statt. Hierbei fanden sich erfreulicherweise keine Mängel. Dies ist in erster Linie unseren Mitarbeitern zu verdanken, die in unermüdlicher Arbeit im Hintergrund darauf achten, dass die qualitativen Rahmenbedingungen vollumfänglich erfüllt werden.

  • BEgehung
    BEgehung

                   mit freundlichen Grüßen

                                            Dres. M. Mittendorfer / S. Butz


Ertingen am 15.09.2019

Eine Grippe ist keine Erkältung!

Was ist eigentlich eine saisonale Grippe und was ist eine Erkältung? Auch wenn sich die Symptome auf den ersten Blick ähneln und wir umgangssprachlich schon bei einem Schnupfen von "Grippe" reden: Eine Grippe (Influenza) und eine Erkältung (Schnupfen, grippaler Infekt) sind ganz verschiedene Erkrankungen.

Wichtig zu wissen: Die Grippe ist eine viel ernstere Erkrankung als eine Erkältung. Die durch Influenzaviren verursachte Grippe dauert in unkomplizierten Fällen fünf bis sieben Tage und geht mit deutlich schwereren Krankheitszeichen einher.

Typische Symptome sind plötzlich auftretender Krankheitsbeginn mit Fieber höher 38,5°C, trockener Reizhusten, Kopf-,Hals-, Muskel- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit und manchmal Übelkeit und Erbrechen.

Komplikationen einer Grippeerkrankung wie eine Lungen- oder Herzmuskelentzündungen sind möglich. Treten derartige Beschwerden auf, sollten sie sofort Ihren Arzt aufsuchen.

Mit zunehmendem Alter verliert das Immunsystem an Leistungskraft. Zusätzlich können Vorerkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislaufbeschwerden von Verlauf von Infektionskrankheiten ungünstig beeinflussen. Das bedeutet, dass das Abwehrsystem älterer Menschen Erreger häufig nicht so gut bekämpfen kann. Dies hat zur Folge, dass bei ihnen die saisonale Grippe (Influenza) stärker verläuft, länger anhält oder mit schweren, teils lebensbedrohlichen Komplikationen wie einer Lungenentzündung einhergehen kann.

Insbesondere ältere Menschen oder Menschen mit chronischen Erkrankungen sollten sich daher jedes Jahr gegen die saisonale Grippe impfen lassen.

Die Impfung können sie ab sofort kostenfrei in unserer Praxis durchführen lassen. Für Rückfragen stehen Ihnen die Ärzte und das Personal unserer Praxis jederzeit zur Verfügung.


                  mit freundlichen Grüßen

                               Dres. med. M. Mittendorfer / S. Butz / S. Knöll / P. Fieweger



Ertingen am 08.09.2019

Neue Mitarbeiterin - Frau Julia Arutjunjan!

Es freut uns Ihnen mitzuteilen, dass unser Team seit dem 01.09.2019 um Julia Arutjunjan als Auszubildende zur medizinischen Fachangestellten verstärkt wird.

In einer Zeit, in der es immer schwieriger wird medizinisches Fachpersonal zu finden, freut es uns besonders, dass wir mit Frau Arutjunjan eine Mitarbeiterin mit viel Lebenserfahrung für unsere Praxis begeistern und gewinnen konnten. Frau Arutjunjan wird in unserer Praxis die vollumfängliche Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten absolvieren.

Frau Arutjunjan bringt viel Erfahrung aus dem Bereich Einzelhandel und somit im Umgang mit Menschen in unsere Praxis mit.

Wir wünschen Frau Arutjunjan in ihrem neuen Wirkungskreis einen guten und erfolgreichen Start.


                             Dr. med. univ. Michael Mittendorfer                           Dr. med. Sebeastian Butz

Ertingen am 24.06.2019

Organspende

Fast 50 Jahre ist es her, dass Ärzte erstmals einem Menschen erfolgreich ein durchblutetes Organ transplantiert haben. Noch heute umgibt die Transplantationsmedizin der Nimbus medizinischer Großtaten. Die Realität ist indes einen großen Schritt weiter. In Deutschland werden jedes Jahr tausende Organverpflanzungen vorgenommen (3305 im Jahr 2002) - und diese zählen mittlerweile zum Routinerepertoire der medizinischen Behandlungsmöglichkeiten.

Dabei ist es wichtig, dass Organe nur sogenannten hirntoten Menschen entnommen werden (Ausnahme Lebendorganspende von z.B. Ehepartnern). Wird das Hirn nur wenige Minuten lang nicht mit Blut- und Sauerstoff versorgt, sind die Hirnfunktionen unwiederbringlich verloren. trotz künstlicher Beatmung und aufrechterhaltener Herztätigkeit ist die Hirntätigkeit für immer erloschen. Diesen endgültigen, nicht behebbaren Ausfall der gesamten Hirnfunktion bezeichnet man als Hirntod.

Durch verschiedene Untersuchungen lässt sich der Hirntod zweifelsfrei feststellen. Die Organentnahme darf erst erfolgen, wenn der endgültige Hirntod von zwei dafür qualifizierten Ärzten die den Organspender unabhängig voneinander untersucht haben, nachgewiesen wurde. Damit ein Interessenkonflikt ausgeschlossen ist, dürfen diese Ärzte auch nicht an der Organentnahme oder Transplantation beteiligt sein.

Die schwierige Frage, zum schmerzlichsten Zeitpunkt für die unglückliche Familie rettet jedes Jahr tausende Leben in Deutschland und Europa. 

Es ist daher wichtig sich zu Lebzeiten über diese Frage Gedanken zu machen und seinen Angehörigen diese Entscheidung für den Fall der Fälle abzunehmen. Es gibt prinzipiell keine Altersgrenze für die Organspende, die Niere eines 70 jährigen kann für einen anderen Menschen wieder ein fast normales Leben bedeutend.

Sprechen Sie uns an. Gerne stellen wir auch einen Organspendeausweis aus  oder beantworten Ihre Fragen in einem persönlichen Gespräch.

mit freundlichen Grüßen

                      Ihr Praxisteam


Ertingen am 08.04.2019

 

 


Gesundheitsuntersuchung

Am 29.03.2019 hat der Bewertungsausschuss die Gesundheitsuntersuchung für Erwachsene zum 01.04.2019 wie folgt neu geregelt:

- Versicherte ab dem 35. Lebensjahr haben nur noch alle 3 Jahre Anspruch auf die Untersuchung

- Versicherte ab dem 18. Lebensjahr können einmal zwischen dem 18. - 35. Lebensjahr eine Gesundheitsuntersuchung in   

   Anspruch nehmen

- Das 3 Jahres Intervall ist sofort umzusetzen

- An Blutwerten sind, wie gehabt, nach wie vor nur Gesamtcholesterin & Glucose als Kassenleistung bestimmbar. Alle 

   weiteren Werte sind individuelle Gesundheitseigenleistungen (IGEL) und somit selbst zu bezahlen.

Selbst Ihr Auto muss 2 jährlich dem TÜV vorgeführt werden! Wir finden diese Entscheidung im Rahmen der Vorsorge völlig inakzeptabel.

Unabhängig davon können glücklicherweise alle Patienten entsprechend ihrer HZV Verträge in der hausarztzentrierten Versorgung weiterhin die Gesundheitsuntersuchung mit deutlich umfangreicherem Inhalt (z.B. 20 Laborwerte anstatt nur 2) jährlich bis 2 jährlich wahrnehmen.

Sollten Sie noch nicht an der hausarztzentrierten Versorgung teilnehmen ist dies eine gute Gelegenheit sich einzuschreiben. Unser Personal informiert Sie gerne über die Vorteile der hausarztzentrierten Versorgung. Sprechen Sie uns an.

           mit freundlichen Grüßen

                        Dres. M. Mittendorfer / S. Butz

Ertingen am 05.03.2019


Qualität ist kein Zufall!

Sie erwarten eine fachlich gute Behandlung und eine einfühlsame Betreuung von uns. Sie möchten umfassend beraten werden und ausreichend Zeit für Fragen haben. Reibungslose Abläufe - auch hinter den Kulissen - engagierte Ärztinnen und Ärzte sowie gut geschultes Praxispersonal ermöglichen die Behandlungsqualität, die wir Ihnen bieten wollen. Deshalb betreiben wir Qualitätsmanagement.

Dafür sind wir freiwillig  einen Schritt weitergegangen als der Gesetzgeber es fordert. Unsere Praxis ist nach dem Qualitätsmanagement-System QEP - Qualität und Entwicklung in Praxen - zertifiziert. Das bedeutet, dass wir unsere Abläufe und unsere Arbeit regelmäßig von externen Profis überprüfen lassen. Dies hilft uns, noch besser zu werden, um Ihren Erwartungen zu entsprechen.

Die Anforderungen an eine Praxis sind sehr umfangreich. Hygiene, Notfallmanagement und Datenschutz sind von großer Bedeutung. Ebenso die Sicherheit der Patienten und der Mitarbeiter. Bei der externen Visitation durch die DEKRA konnten wir von 256 möglichen Nachweisen 255 Nachweise erfolgreich erreichen. Damit hat unsere Praxis ein QM System auf einem sehr hohen Niveau aufgebaut und wirksam in den Praxisalltag integriert.

Es freut uns, mit der Etablierung dieses Qualitätsstandards, die heimatnahe medizinische Versorgung, auch auf dem Land, auf höchstem Qualitätsniveau sicherstellen zu können.


            mit freundlichen Grüßen

                                Ihr Praxisteam

Ertingen am 21.02.2019


Elastographie

Im Januar 2019 konnten wir erfreulicherweise die Elastographie als neue Untersuchungsmethode in der Praxis etablieren. Bei der Elastographie handelt es sich um ein neueres Ultraschallverfahren, welches unter anderem zum Nachweis von bösartigen Erkrankungen bei verdächtigen Schilddrüsenknoten eingesetzt werden kann. Das Funktionsprinzip der Ultraschall-Elastographie beruht auf dem Nachweis einer Elastizitätsveränderung des Gewebes, die primär auf eine neoplastische Veränderung (krebsbedingte Neubildungen) hinweisen kann. Mit Hilfe der Elastizitätsuntersuchung werden die sich unterscheidenden mechanischen Härtegrade differenziert.

Es freut uns, mit Etablierung dieser Methode, die heimatnahe medizinische Versorgung am Puls der Zeit weiter ausbauen zu können.

mit freundlichen Grüßen

                             Ihr Praxisteam

 

Ertingen am 21.02.2019

Notfallpraxen

Krankheiten kennen keine Sprechzeiten: Handelt es sich um eine Erkrankung, mit der Sie normalerweise einen niedergelassenen Arzt in der Praxis aufsuchen würden, ist am Abend, dem Wochenende oder Feiertagen der ärztliche Bereitschaftsdienst oder Notdienst zuständig. Sie können die bundesweiten Notfallpraxen während der Öffnungszeiten ohne vorherige Anmeldung direkt aufsuchen. Telefonisch erreichen Sie den Notfalldienst bundesweit unter der Rufnummern 116 117.

In den meisten Fällen sind die Bereitschaftsdienstpraxen direkt an Krankenhäusern angesiedelt. Sie kümmern sich darum, dass Patienten in dringenden medizinischen Fällen auch außerhalb der regulären Sprechzeiten ambulant behandelt werden.  Im Fall, dass sie nicht in die Notfallpraxis kommen können, gibt es auch eine Fahrbereitschaft um Ihnen direkt zuhause helfen zu können.

WICHTIG: Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist nicht zu verwechseln mit dem Rettungsdienst, der in lebensbedrohlichen Fällen Hilfe leistet. Bei Notfällen, zum Beispiel Ohnmacht, Herzinfarkt, akuten Blutungen und Vergiftungen, alarmieren Sie bitte sofort den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112.

Als Patient können Sie frei wählen, welche Notfallpraxis Sie in Ihrer Umgebung in Anspruch nehmen wollen. Die nächste Notfallpraxis von Ertingen aus befindet sich am Kreiskrankenhaus Bad Saulgau - Gänsbühl 1.

               mit freundlichen Grüßen

                             Ihr Praxisteam

Ertingen am 03.01.2018

Befugnis zur Weiterbildung in der Allgemeinmedizin (WBO 2006)

Als breit aufgestellte Facharztpraxis für Allgemeinmedizin wollen wir uns als Bindeglied zwischen der wissenschaftlich fokussierten Ausbildung junger Kollegen an der Universität sowie der stationären Versorgung im Krankenhaus und der breiten ambulanten hausärztlichen Versorgung sehen. Den Großteil der medizinischen Versorgung, in Deutschland, leisten niedergelassene Ärzte - und hier vor allem Fachärzte für Allgemeinmedizin. Trotzdem findet das Studium und die Ausbildung zum überwiegenden Teil nur in universitären und stationären Einrichtungen statt.

Der spannendste, fachlich breiteste, aber auch der herausforderndste Teil der Medizin ist sicherlich die Allgemeinmedizin. Der allgemeinmedizinische Fachbereich umfasst die gesamte medizinische Grundversorgung in der Akut-, Notfall- und auch Langzeitversorgung. Auch Bereich wie Prävention, Gesundheitsförderung und Rehabilitation sind dem Facharzt für Allgemeinmedizin vorbehalten. 

Im Gegensatz zu hochspezialisierten klinischen Fächern steht im Zentrum der hausärztlichen Arbeitsweise ein ganzheitlicher Ansatz, bei dem alle Aspekte des individuellen kranken Menschen unter Miteinbeziehung wissenschaftlicher Studien Berücksichtigung finden.

Eine wirksame allgemeinmedizinische Lehre und Ausbildung findet daher nur in den vertragsärztlichen Facharztpraxen für Allgemeinmedizin durch Lehrbeauftragte und Lehrärzte statt. Am 13.12.2018 haben wir vom Vorstand der Bezirksärztekammer Südwürttemberg die vollumfängliche Weiterbildungsermächtigung über 24 Monate zugesprochen bekommen. Somit dürfen wir nunmehr neben der studentischen Ausbildung auch die komplette ambulante Weiterbildung von Jungärzten durchführen.

Durch unsere Teilnahme an der Aus- und Weiterbildung von Jungärzten wollen wir aktiv gegen die Vorurteile die zum Landärztemangel beigetragen haben vorgehen und jungen Kollegen aktiv die "Angst" vor der Allgemeinmedizin nehmen. Wir hoffen dadurch schon früh ein Interesse der Jungmediziner am Landarztdasein zu wecken, und vielleicht so unseren Teil zur Verbesserung der medizinischen Versorgung auf dem Land beizutragen. 

                   mit freundlichen Grüßen

                                     Dres. M. Mittendorfer /  S. Butz

 

Ertingen am 19.12.2018

Energiebilanz 2014-2018

Es freut uns Ihnen heute die Energiebilanz unserer Praxis vorzustellen. Durch konsequenten Umstieg auf energiefreundliche Elektrogeräte (LED Beleuchtung, neue Kühlgeräte für Medikamente, neue Ultraschallgeräte, neue Computeranlage, etc...) konnten wir seit 2014 kontinuierlich eine massive Einsparung an Elektrizität und damit eine deutliche Reduktion unseres ökologischen Fußabdrucks erreichen. Auch beziehen wir unseren Strom zu 100% aus regionaler, erneuerbarer Wasserkraft.

Verbrauchte die Praxis 2014 noch ca. 7348kwH Strom im Jahr reduzierte sich der Stromverbrauch auf 4927kwH in 2017. Durch Austausch von Geräten Mitte 2017 war eine weitere Reduktion um weitere knapp 400kwH auf 4533kwH 2018 möglich.

Wir hoffen damit einen kleinen Beitrag zum Erhalt unserer Umwelt zu leisten. 

                     mit freundlichen Grüßen

                                              Ihr Praxisteam


Ertingen am 07.10.2018


Akademische Lehrpraxis der Universität Ulm

Als breit aufgestellte Facharztpraxis für Allgemeinmedizin wollen wir uns als Bindeglied zwischen der wissenschaftlich fokussierten Ausbildung junger Kollegen an der Universität und der breiten ambulanten hausärztlichen Versorgung sehen. Den Großteil der medizinischen Versorgung, in Deutschland, leisten niedergelassene Ärzte - und hier vor allem Fachärzte für Allgemeinmedizin. Trotzdem findet das Studium zum überwiegenden Teil nur in universitären Einrichtungen statt.

Der spannendste, fachlich breiteste, aber auch der herausforderndste Teil der Medizin ist sicherlich die Allgemeinmedizin. Der allgemeinmedizinische Fachbereich umfasst die gesamte medizinische Grundversorgung in der Akut-, Notfall- und auch Langzeitversorgung. Auch Bereich wie Prävention, Gesundheitsförderung und Rehabilitation sind dem Facharzt für Allgemeinmedizin vorbehalten. 

Im Gegensatz zu hochspezialisierten klinischen Fächern steht im Zentrum der hausärztlichen Arbeitsweise ein ganzheitlicher Ansatz, bei dem alle Aspekte des individuellen kranken Menschen unter Miteinbeziehung wissenschaftlicher Studien Berücksichtigung finden.

Eine wirksame allgemeinmedizinische Lehre findet daher nur in der vertragsärztlichen Facharztpraxen für Allgemeinmedizin durch Lehrbeauftragte und Lehrärzte statt, z.b. in Form von mindestens zweiwöchigen obligatorischen Blockpraktika mit definierter Struktur. Nur in der Praxis können Studenten Gründe für die Primäranspruchnahme und ambulante Betreuungsstrategien kennenlernen.

Durch unsere Teilnahme an der Ausbildung von Studenten wollen wir aktiv gegen die Vorurteile die zum Landärztemangel beigetragen haben vorgehen und jungen Kollegen aktiv die "Angst" vor der Allgemeinmedizin nehmen. Wir hoffen dadurch schon früh ein Interesse der Praktikanten am Landarztdasein zu wecken, und vielleicht so unseren Teil zur Verbesserung der medizinischen Versorgung auf dem Land beizutragen. 

                   mit freundlichen Grüßen

                                     Dres. M. Mittendorfer /  S. Butz

Ertingen am 29.09.2018

Eine Grippe ist keine Erkältung!

Was ist eigentlich eine saisonale Grippe und was ist eine Erkältung? Auch wenn sich die Symptome auf den ersten Blick ähneln und wir umgangssprachlich schon bei einem Schnupfen von "Grippe" reden: Eine Grippe (Influenza) und eine Erkältung (Schnupfen, grippaler Infekt) sind ganz verschiedene Erkrankungen.

Wichtig zu wissen: Die Grippe ist eine viel ernstere Erkrankung als eine Erkältung. Die durch Influenzieren verursachte Grippe dauert in unkomplizierten Fällen fünf bis sieben Tage und geht mit deutlich schwereren Krankheitszeichen einher.

Typische Symptome sind plötzlich auftretender Krankheitsbeginn mit Fieber höher 38,5°C, trockener Reizhusten, Kopf-,Hals-, Muskel- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit und manchmal Übelkeit und Erbrechen.

Komplikationen einer Grippeerkrankung wie eine Lungen- oder Herzmuskelentzündungen sind möglich. Treten derartige Beschwerden auf, sollten sie sofort Ihren Arzt aufsuchen.

Mit zunehmendem Alter verliert das Immunsystem an Leistungskraft. Zusätzlich können Vorerkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislaufbeschwerden von Verlauf von Infektionskrankheiten ungünstig beeinflussen. Das bedeutet, dass das Abwehrsystem älterer Menschen Erreger häufig nicht so gut bekämpfen kann. Dies hat zur Folge, dass bei ihnen die saisonale Grippe (Influenza) stärker verläuft, länger anhält oder mit schweren, teils lebensbedrohlichen Komplikationen wie einer Lungenentzündung einhergehen kann.

Insbesondere ältere Menschen oder Menschen mit chronischen Erkrankungen sollten sich daher jedes Jahr gegen die saisonale Grippe impfen lassen.

Die Impfung können ab sofort sie kostenfrei in unserer Praxis durchführen lassen. Für Rückfragen stehen Ihnen die Ärzte und das Personal unserer Praxis jederzeit zur Verfügung.


                  mit freundlichen Grüßen

 

                               Dres. med. M. Mittendorfer / S. Butz / S. Knöll / P. Fieweger


Ertingen am 26.08.2018

Hausarzt zentrierte Versorgung - Zukunft der hausärztlichen Versorgung im ländlichen Bereich. 

 

Sicher haben auch Sie schon von den Hausarztverträgen gehört, die inzwischen für uns und viele anderen Hausarztpraxen in Baden-Württemberg ein wichtiges Standbein darstellen. Die Hausarztverträge stärken die Position des Hausarztes, des Praxispersonals und des Praxisstandorts und die Vergütung sowie der bürokratische Aufwand werden an die Bedürfnisse der Hausarztpraxis angepasst.

Als Ihre Hausarztpraxis appellieren wir daher an Sie:

"Schenken Sie uns Ihr Vertrauen und schreiben Sie sich in den Hausarztvertrag Ihrer Krankenkasse ein!"

Doch nicht nur wir als Praxis profitieren durch Ihre Teilnahme. Das eigentliche Ziel der Hausarztverträge liegt darin, die Interessen der Patienten und Ärzte zu verbinden und dem Hausarzt wieder seine alte Rolle als Lotse durch das Gesundheitswesen und Partner und Berater seiner Patienten zukommen zu lassen. Neben einer verbesserten Versorgung wird zudem dem sich stetig anbahnenden Hausärztemangel entgegengewirkt und Ihnen somit ermöglicht, auch weiterhin einen wohnortnahen Hausarzt in Anspruch nehmen zu können.

Teilnahmevoraussetzungen für Sie als Patient:

Als Patient binden Sie sich für mindestens 12 Monate an unsere Praxis, wobei ein Arztwechsel natürlich dennoch möglich ist. Facharztbesuche erfolgen nur auf Überweisung (Ausnahme: Besuche beim Augenarzt, Gynäkologen, Kinderarzt und Notfälle). Im Vertretungsfall bitten wir den von uns genannten HZV Vertreterarzt aufzusuchen. Die Teilnahme ist für Sie als Patient selbstverständlich kostenlos und freiwillig.

Vorteile der Hausarztverträge für Sie als Patient:

Die praktischen Vorteile des Hausarztmodells für Sie als Patienten unterscheiden sich im Detail von Kasse zu Kasse. Allen gemein ist jedoch das engere Verhältnis zu Ihrem Hausarzt, da alle Befunde, Therapien und verordneten Medikamente in einem ersten Schritt bei ihm zusammenlaufen (Verpflichtung der anderen Fachrichtungen Briefe zu übersenden! - normaler Weise ist ein Brief nicht verpflichtend auszufertigen und es wird leider zunehmend darauf verzichtet). Dass die Hausarztzentrierte Versorgung von Vorteil für jeden einzelnen Patienten ist, zeigt eine aktuelle Evaluation der HZV durch die Universitäten Frankfurt und Heidelberg. Laut dieser konnten durch die intensivere Behandlung durch den Hausarzt 4500 Krankenhausaufenthalte vermieden werden.

Weiterhin haben Sie Anspruch auf Sprechstunden außerhalb der Arbeitszeit (vor 9 Uhr oder nach 18 Uhr) für Berufstätige, je nach Kasse können Sie zudem zusätzliche Gesundheits-Check-ups in Anspruch nehmen und häufig entfällt die Medikamentenzuzahlung, wenn Ihr Hausarzt Ihnen rabattierte Medikamente verschreibt.

All Ihre Vorteile durch eine Teilnahme am Hausarztprogramm können Sie jederzeit auch in der HZV Informationsbroschüre für Patienten nachlesen. Gerne beantworten wir Ihnen weitere Fragen jederzeit in einem persönlichen Gespräch, in dem wir auch auf die genauen Vertragskonditionen Ihrer Krankenkasse eingehen können.

 

                 Wir danken für Ihr Vetrauen

                           Dres. Mittendorfer / Butz

Ertingen am 12.06.2018

Faktencheck

Anbei einige Fakten zur ärztlichen Versorgung in Baden-Württemberg (Quelle KV BW)

- 22.219 niedergelassene Ärzte & Psychotherapeuten sind in Baden - Württemberg tätig (Stand 1.1.18)

- davon sind nur 7.127 Hausärzte

- 282.000 Arbeitsplätze werden im ambulanten Gesundheitswesen gesichert (ohne Krankenhäuser)

- 70.640.801 ambulante Versorgungen fanden in Baden - Württemberg 2017 statt (ohne Krankenhäuser)

- 97 % aller Arztbehandlungen in Baden - Württemberg finden ambulant in den Praxen der niedergelassenen Ärzte statt

- Ein Hausarzt in Baden - Württemberg ist im Schnitt für 1537 Einwohner verantwortlich

- über 36% der Hausärzte sind über 60 Jahre alt (Stand 2016)

- Ein Hausarzt in Baden Württemberg arbeitet im Schnitt 53,1 Stunden, am Land deutlich mehr als in der Stadt.

- 2016 wurden pro Patient 531,62€ in der gesetzlichen KV für ärztliche Leistungen ausgegeben

- 2016 wurden pro Patient 690,84€ in der gesetzlichen KV für Arzneimittel und Heil- sowie Hilfsmittel ausgegeben

- Der medizinische Fortschritt und die exzellente ärztliche und psychotherapeutische Versorgung führen dazu, dass die Lebenserwartung in Deutschland steigt

- Baden Württemberg hat die höchste Lebenserwartung in Deutschland (Frauen 83,9 Jahre, Männer 79,4 Jahre - Stand 2016).

mit freundlichen Grüßen

                       Ihr Praxisteam

Ertingen am 03.05.2018

Protonenpumpenhemmer 

Wenn der Magen "drückt", kann eine Überproduktion von Magensäure der Auslöser sein. Dagegen werden häufig Protonenpumpenhemmer, im Folgenden Säureblocker genannt, eingesetzt. Hierzu gehören z.B die Wirkstoffe Omeprazol und Pantoprazol.

Jede ungewohnte Situation stellt eine Belastung für den Körper dar. Viele Patienten erhalten daher während eines Klinikaufenthaltes einen Säureblocker, der helfen soll, Schäden zu verhindern (sog. Stressprophylaxe). Nach der Klinikentlassung, zurück in gewohnter Umgebung, sind die Säureblocker dann häufig nicht mehr nötig. Die Weiterverordnung auf Kassenrezept ist dann nur möglich und nötig, wenn eine oder mehrere der folgenden Diagnosen auf Sie zutreffen:

- Helicobacter pylori Behandlung (in Kombination mit einem Antibiotikum)

- Magengeschwüre oder Entzündungen im Magen Darm Trakt bedingt durch gesteigerte Säurebildung

- Regelmäßige Einnahme bestimmter Schmerzmittel, vor allem wenn sie früher Nebenwirkungen hatten

Mögliche Probleme bei Säureblocker-Therapie:

Wie jedes Arzneimittel sollten ich Säureblocker mit Bedacht eingenommen werden. Die Nebenwirkungen reichen von unangenehme (Blähungen, Übelkeit, Verstopfung) bis risikoreich (Kalziummangel mit erhöhtem Risiko für Knochenbrüche, Vitamin B12 - oder Magnesiummangel, Krämpfe sowie erhöhtes Risiko für bakterielle Infektionen - insbesondere Diarrhö).

Darüber hinaus müssen auch mögliche Wechselwirkungen mit anderen gleichzeitig eingenommen Medikamenten dringlich beachtet werden, die beispielsweise zu einer Wirkungsabschwächung dieser Medikamente führen können.

Was Sie selbst tun können

Säureblocker behandeln nur das Beschwerdesymptom, jedoch nicht dessen Ursache. Gemeinsam mit uns sollten Sie besprechen, wie Sie mit den folgenden Maßnahmen Ihre Gesundheit stärken können:

- Achten Sie auf Ihre Ernährung und Ihren Körper: Scharfe Speisen, Alkohol und Nikotin reizen den Magen, Adipositas (Übergewicht) kann den Rückfluss von Magensäure begünstigen!

- Reduzieren Sie Ihren Alltagsstress: Keine Säureblockereinnahme zur Prophylaxe!

- Bei kurzfristigen Beschwerden wie Sodbrennen oder saurem Aufstoßen können freiverkäufliche Säureblocker oder Magensäurebinder eine schnelle wirksame Option sein. Fragen Sie hierzu Ihren Apotheker.


Wir hoffen wir konnten Ihnen einen kleinen Einblick in die Protonenpumpeninhibitoren verschaffen. Für Fragen stehen wir und unser Team Ihnen jederzeit zur Verfügung.

mit freundlichen Grüßen

                                     Ihr Praxisteam

Ertingen am 17.04.2018

Physiotherapie;

Da im aktuellen Bericht des BVA (Bundesversicherungsamt) an das Gesundheitsministerium auch die unkritische Verordnung von Physiotherapie kritisiert wurde, wollen wir Ihnen im Folgenden einige Informationen über die Verordnung von Physiotherapie zur Verfügung stellen:

Zu den gebräuchlichsten physiotherapeutischen Heilmitteln, die wir auf Kassenrezept verordnen können, zählen Krankengymnastik, manuelle Therapie und Lymphdrainage. Viele weitere Behandlungsmethoden wie z.B. Osteopathie, K-Taping oder Fußreflexzonenmassage sind keine Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse und können daher nur privat in Anspruch genommen werden, auch wenn diese manchmal von Physiotherapeuten als angeblich verordnungsfähige Leistungen beworben werden.

Bei der Verordnung von Physiotherapie muss eine behandlungsbedürftige Krankheit vorliegen, damit wir überhaupt eine Heilmittelverordnung ausstellen können. Wunschverordnungen sind grundsätzlich nicht möglich und sogar verboten. Auch sind Therapieempfehlungen des Physiotherapeuten nicht bindend, denn die Therapiehoheit liegt ausschließlich beim verordnenden Arzt, der für den Umfang der Verschreibung vollumfänglich persönlich haftet.

Bei den Heilmitteln, die Kassenleistung sind (siehe oben), schreibt der Gesetzgeber im Heilmittelkatalog genau vor, bei welchen Beschwerden welches Heilmittel wie oft und wie lange verordnet werden kann. Am stärksten eingeschränkt sind dabei die Verordnungen von manueller Therapie sowie von Massage.

Unbedingt beachtet werden sollte auch, dass ein Heilmittelrezept nur 14 Tage gültig ist, sofern kein anderer (spätere) Behandlungsbeginn auf dem Rezept vermerkt ist.

Auch besteht bei krankengymnastischen Übungen das Ziel u.a. im Erlernen von Eigenübungen, die Sie in ihrem häuslichen Umfeld durchführen können. Insbesondere zur Veränderung im Alltagsverhalten sollen sie angeregt werden. Grundsätzlich hilft körperliche Aktivität (z.B. Schwimmen, Radfahren, Sportvereine, Fitness- Studios) bei leichteren Störungen, um Ihre Gesundheit zu stärken.

Unabhängig davon bieten jedoch viele Krankenkassen zusätzliche präventive Leistungen (Übernahme von Rückenschule, Orthocard Training, Fitnesscenter Training, Ernährungsberatung, Kochkurse etc... ) kostenfrei oder kostenreduziert für Ihre Mitglieder an. Diese sind meist deutlich vielfältiger als die verordenbaren physiotherapeutischen Maßnahmen.

Da physiotherapeutische Heilmittel leider nur in der Nachsorge von Krankheiten verordnet werden können, greifen diese oft zu spät. Viel sinnvoller ist es Schäden vorzubeugen bevor diese entstehen. Nutzen Sie daher die Angebote ihrer Krankenkasse für Fitnesscenter Kostenübernahme, Orthocard Training oder ähnliches im Rahmen ihrer individuellen sportlichen Vorsorge. Gerne stellen wir entsprechende Präventivrezepte (Rezept für sozialen Beratungsdienst der Krankenkassen) aus um Ihnen die kostenfreie Beratung der Krankenkasse über die individiuellen, ihnen zustehenden Maßnahmen zu ermöglichen.


Wir hoffen wir konnten Ihnen etwas Einblick in die Verordnung von Heilmitteln ermöglichen. Für Rückfragen stehen wir ihnen jederzeit zur Verfügung.


                    mit freundlichen Grüßen

                                                  Ihr Praxisteam


Ertingen am 28.03.2018


Patienteninformation zum Datenschutz

(gesetzlich verpflichtende Mitteilung)


Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

der Schutz Ihrer personenbezogenenenen Daten ist uns wichtig. Nach der EU Datenschutz Grundverordnung in der deutschen Umsetzung sind wir verpflichtet, Sie darüber zu informieren, zu welchem Zweck unsere Praxis Daten erhebt, speichert oder weiterleitet. Der Information können Sie auch entnehmen, welche Rechte Sie in puncto Datenschutz haben.

  1. Verantwortlichkeit für die Datenverarbeitung

    Praxis am Krähbrunnen
    Krähbrunnenstraße 1 - 88521 Ertingen
    Telefon: 07371 96090 Fax: 07371 96091

    Sie erreichen die zuständige Datenschutzbeauftragte unserer Praxis

    Name: Sonja Diesch
    Anschrift: Krähbrunnenstraße 1 - 88521 Ertingen
    Telefon: 07371 96090 Fax: 07371 96091  
  2. Zweck der Datenverarbeitung: Die Datenverarbeitung erfolgt aufgrund gesetzlicher Vorgaben um den Behandlungsvertrag zwischen Ihnen und Ihrem Arzt und die damit verbundenen Pflichten zu erfüllen. Hierzu verarbeiten wir Ihre personenbezogenen Daten, insbesondere Ihre Gesundheitsdaten. Dazu zählen Anamnesen, Diagnosen, Therapievorschläge und Befunde, die wir oder andere Ärzte erheben. Zu diesen Zwecken können uns auch andere Ärzte oder Psychotherapeuten, bei denen Sie in Behandlung sind, Daten zur Verfügung stellen (z.b. in Arztbriefen). Die Erhebung von Gesundheitsdaten ist Voraussetzung für Ihre Behandlung. Werden die notwendigen Informationen nicht bereitgestellt, kann eine sorgfältige Behandlung nicht erfolgen.
  3. Empfänger Ihrer Daten: Wir übermitteln Ihre personenbezogenen Daten nur dann an Dritte, wenn dies gesetzlich erlaubt ist oder Sie eingewilligt haben. Empfänger Ihrer personenbezogenen Daten können vor allem andere Ärzte / Psychotherapeuten, Kassenärztliche Vereinigungen, Krankenkassen, der Medizinische Dienst der Krankenversicherung, Ärztekammern und privatärztliche Verrechnungsstellen sein.
  4. Speichern Ihrer Daten: Wir bewahren Ihre personenbezogenen Daten nur solange auf, wie dies für die Durchführung der Behandlung erforderlich ist. Aufgrund rechtlicher Vorgaben sind wir dazu verpflichtet, diese Daten mindestens 10 Jahre nach Abschluss der Behandlung aufzubewahren. Nach anderen Vorschriften können sich längere Aufbewahrungsfristen ergeben, zum Beispiel 30 Jahre bei Röntgenaufzeichnungen laut Paragraf 28 Absatz 3 der Röntgenverordnung.
  5. Ihre Rechte: Sie haben das Recht, über die Sie betreffenden Personenbezogenen Daten Auskunft zu erhalten. Der dabei entstehende Arbeitsaufwand wird privat in Rechnung gestellt. Auch können Sie die Berichtigung unrichtiger Daten verlangen. Darüber hinaus steht Ihnen unter bestimmten Voraussetzungen das Recht auf Löschung von Daten, das Recht auf Einschränkung der Datenverarbeitung sowie das Recht auf Datenübertragbarkeit zu. Die Verarbeitung Ihrer Daten erfolgt auf Basis von gesetzlichen Regelungen. Nur in Ausnahmefällen benötigen wir Ihr Einverständnis. In diesen Fällen haben Sie das Recht, die Einwilligung für die zukünftige Verarbeitung zu widerrufen. Sie haben ferner das Recht, sich bei der zuständigen Aufsichtsbehörde für den Datenschutz zum Beschwerden, wenn Sie der Ansicht sind, dass die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten nicht rechtmäßig erfolgt. Die Anschrift der für uns zuständigen Aufsichtsbehörde lautet: Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Postfach 10 29 32 - 70025 StuttgartKönigsstraße 10a - 70173 Stuttgart Tel.: 0711 /615541-0
  6. Rechtliche Grundlagen: Rechtsgrundlage für die Verarbeitung Ihrer Daten ist Artikel 9 Absatz 2 lit. h) DSGVO in Verbindung mit Paragraf 22 Absatz 1 Nr. 1 lit. b) Bundesdatenschutzgesetz. Sollten Sie Fragen haben, können Sie gerne einen Termin mit unserer Datenschutzbeauftragten vereinbaren.                                  


Ihr Praxisteam



 

Ertingen am 22.02.2018

Husten eine Bagatelle?

Aufgrund der aktuellen Verordnungsrichtlinien der Kassenärztlichen Vereinigung müssen wir Sie leider über s.g. "geringfügige Erkrankungen" informieren. Auch wenn für Sie die Erkrankung tlw. massiv erscheint, erscheinen manche Erkrankungen für den Gesetzgeber als "geringfügig". In diesen Fällen sieht der Gesetzgeber keine Verordnung von Medikamenten vor. Dies betrifft momentan vor allem grippale Infekte und die Grippeinfektion. Wir möchten Ihnen hier einen Auszug aus der deutschen Apotheker Zeitung zitieren:

"Für Erwachsene dürfen keine verschreibungspflichtigen Arzneimittel bei Erkältungskrankheiten und grippalen Infekten verordnet werden. Dies gilt für Schnupfenmittel, Schmerzmittel und Hustenmittel, aber nur dann, wenn es sich um geringfügige Gesundheitsstörungen handelt. Für eine banale Erkältung, die Kopfschmerzen verursacht, dürfte also kein Ibuprofen 600 oder verschreibungspflichtiges Ibuprofen 400 auf einem Kassenrezept verordnet werden; der Patient müsste vom Arzt auf das freiverkäufliche Ibuprofen 400 verwiesen werden.

Das Gleiche gilt für Codeintropfen oder -kapseln. Handelt es sich um eine einfache Erkältung oder einen grippalen Infekt, der mit einem trockenen Reizhusten einhergeht, ist die Verordnung von Codein für einen Erwachsenen zulasten der Krankenkasse nicht möglich. Verordnungsfähig ist Codein nur dann, wenn der Husten über eine Bagatellerkrankung hinausgeht, wenn etwa aufgrund einer Operation ein ständiges Husten unterdrückt werden muss, um die OP-Narbe nicht zu belasten, bei Rippenfrakturen oder bei einem Lungenkarzinom. "

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2011/daz-48-2011/husten-eine-bagatelle

Dies schließt daher die Verordnung auf Kassenrezept bei grippalen Infekten aus. Es mag durchaus sein, dass diese Medikamente wie Codeintropfen oder NAC bei anderen Erkrankungen verordnungsfähig sind, aber leider eben nicht bei grippalen Infekten.

Wir sind jedoch stets bemüht die kostengünstigste Variante für sie zu verordnen. Im Fall von Grippemedikamenten ist dies Paracetamol um ca. 1€ und ggf. Codeintropfen um ca. 12€. Auf Kassenrezept würden sie bei Ibuflam 600mg und Codeintropfen je 5€ Zuzahlung haben (insgesamt also 10€) und somit nur geringfügig weniger bezahlen als mit einem Privatrezept.

mit freundlichen Grüßen

                                        Ihr Praxisteam

 

Ertingen am 01.02.2018

Energiebilanz 2014-2018

Es freut uns Ihnen heute die Energiebilanz unserer Praxis vorzustellen. Durch konsequenten Umstieg auf energiefreundliche Elektrogeräte (LED Beleuchtung, neue Kühlgeräte für Medikamente, neue Ultraschallgeräte, neue Computeranlage, etc...) konnten wir seit 2014 kontinuierlich eine massive Einsparung an Elektrizität und damit eine deutliche Reduktion unseres ökologischen Fußabdrucks erreichen. Auch beziehen wir unseren Strom zu 100% aus regionaler, erneuerbarer Wasserkraft.

Verbrauchte die Praxis 2014 noch ca. 7348kwH Strom im Jahr reduzierte sich der Stromverbrauch auf 4927kwH in 2017. Durch Austausch von Geräten Mitte 2017 ist hier noch eine weitere Reduktion des Stromverbrauches für 2018 zu erwarten.

Wir hoffen damit einen kleinen Beitrag zum Erhalt unserer Umwelt zu leisten.

                     mit freundlichen Grüßen

                                              Ihr Praxisteam

 

 

 

Ertingen am 07.01.2018

Nehme ich zu viele Medikamente ein?

Richtig eingesetzt helfen Medikamente, Krankheiten vorzubeugen, Beschwerden zu lindern und Krankheiten zu heilen. Wer aber wegen vieler Beschwerden dauerhaft behandelt wird, muss oft eine Menge Tabletten schlucken. In der Fachsprache heißt dies Multimedikation oder Polypharmazie. Problematisch ist dabei, dass mit steigender Anzahl der eingenommenen Medikamente auch mehr unerwünschte Wirkungen auftreten.

Dabei gibt es viele Ursachen von Multimedikation:

- Man leidet an mehreren Erkrankungen, die dauerhaft mit Medikamenten behandelt werden müssen.

- Im Lauf der Jahre kommen neue Medikamente hinzu, aber die "alten" werden nicht reduziert.

- Erfolglose Behandlungen werden nicht beendet.

- Ein Patient wird von mehreren Ärzten behandelt. Diese wissen nicht oder nur unzureichend von der Medikation des
   anderen Arztes.

- Man nimmt selbstständig Medikamente ein, die frei verkäuflich sind.

- Häufig meinen Arzt und Patient, dass jede gesundheitliche Störung mit Arzneimittel behandelt werden muss. Viele
   Beschwerden sind jedoch nur vorübergehend und benötigen keine Medikamente.

Die regelmäßige und korrekte Einnahme von Medikamenten ist für eine erfolgreiche Behandlung von Beschwerden und Erkrankungen entscheidend. Oft ist dies jedoch nicht einfach. Wer viele Medikamente anwendet verliert schneller den Überblick über das richtige Medikament und die richtige Dosierung zur richtigen Zeit.

Mit jedem Medikament steigt jedoch das Risiko auf Nebenwirkungen und Wechselwirkungen.

Jedoch ist die Einnahme von Medikamenten nicht immer vermeidbar, aber manchmal sind einige unnötig. Sie sollten daher ihren Hausarzt als Hauptansprechpartner bei allen Fragen zu Arzneimitteln konsultieren. Vereinbaren sie ggf. einen gesonderten Termin in der Praxis, zu dem Sie alle Arzneimittel, auch die selbst gekauften, und Packungsbeilagen von zuhause mitbringen. Oft ist es sinnvoll einmal jährlich den Medikationsplan zu überprüfen oder zu erstellen. Diesen sollten sie auch zu anderen Fachärzten mitbringen -sodass diese wissen, was sie einnehmen.

Fragen Sie uns auch ruhig, ob Sie wirklich noch alle Medikamente brauchen. Gegebenenfalls finden sich auch auf Ihrem Medikationsplan bereits Medikamente, die man bedenkenlos absetzen kann. Setzen Sie jedoch bitte keine Medikamente ohne Rücksprache mit uns selbst ab.

Zuallerletzt muss man auf jeden fall bedenken, dass nicht jede gesundheitliche Störung mit Medikamenten behandelt werden muss. Oft hören Beschwerden ohne Behandlung von alleine wieder auf oder lassen sich anders lindern. Besprechen Sie mit uns, ob Sie einfach abwarten können oder ob beispielsweise Bewegung oder eine andere Maßnahme hilft!

                          Wir hoffen Sie hatten einen angenehmen Start ins neue Jahr

                                           mit freundlichen Grüßen

                                                          Ihr Praxisteam

 

Ertingen am 04.10.2017

Eine Grippe ist keine Erkältung!

Was ist eigentlich eine saisonale Grippe und was ist eine Erkältung? Auch wenn sich die Symptome auf den ersten Blick ähneln und wir umgangssprachlich schon bei einem Schnupfen von "Grippe" reden: Eine Grippe (Influenza) und eine Erkältung (Schnupfen, grippaler Infekt) sind ganz verschiedene Erkrankungen.

Wichtig zu wissen: Die Grippe ist eine viel ernstere Erkrankung als eine Erkältung. Die durch Influenzieren verursachte Grippe dauert in unkomplizierten Fällen fünf bis sieben Tage und geht mit deutlich schwereren Krankheitszeichen einher.

Typische Symptome sind plötzlich auftretender Krankheitsbeginn mit Fieber höher 38,5°C, trockener Reizhusten, Kopf-,Hals-, Muskel- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit und manchmal Übelkeit und Erbrechen.

Komplikationen einer Grippeerkrankung wie eine Lungen- oder Herzmuskelentzündungen sind möglich. Treten derartige Beschwerden auf, sollten sie sofort Ihren Arzt aufsuchen.

Mit zunehmendem Alter verliert das Immunsystem an Leistungskraft. Zusätzlich können Vorerkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislaufbeschwerden von Verlauf von Infektionskrankheiten ungünstig beeinflussen. Das bedeutet, dass das Abwehrsystem älterer Menschen Erreger häufig nicht so gut bekämpfen kann. Dies hat zur Folge, dass bei ihnen die saisonale Grippe (Influenza) stärker verläuft, länger anhält oder mit schweren, teils lebensbedrohlichen Komplikationen wie einer Lungenentzündung einhergehen kann.

Insbesondere ältere Menschen oder Menschen mit chronischen Erkrankungen sollten sich daher jedes Jahr gegen die saisonale Grippe impfen lassen.

Die Impfung können sie kostenfrei in unserer Praxis durchführen lassen. Für Rückfragen stehen Ihnen die Ärzte und das Personal unserer Praxis jederzeit zur Verfügung.


                  mit freundlichen Grüßen

                               Dres. med. M. Mittendorfer / S. Butz / S. Knöll / P. Fieweger




Ertingen am  02.06.2017 

Liebe Patientinnen, liebe Patienten;

Hautkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland: Jedes Jahr erkranken mehr als 230.000 Menschen neu an Hautkrebs, etwa 28.000 davon an der besonders gefährlichen Form des "schwarzen" Hautkrebses (malignes Melanom). Frühzeitig erkannt, ist Hautkrebs aber sehr gut heilbar.

Ab dem Alter von 35 Jahren (HZV ab 20 Jahren) haben Sie deshalb als gesetzlich Krankenversicherter alle zwei Jahre Anspruch auf einen kostenlosen Hautkrebs-Check bei einem dafür qualifizierten Hausarzt. 

Bei dieser Untersuchung geht es darum, Hautkrebs möglichst früh zu entdecken. Denn gerade der schwarze Hautkrebs wächst schnell und bildet schon sehr früh Tochtergeschwülste in anderen Organen (Metastasen).

In unserer Praxis sind alle Ärzte, entsprechend den Voraussetzungen der kassenärztlichen Vereinigung durch zusätzliche Weiterbildungen, für diese Untersuchung qualifiziert. Gerne können wir diese Untersuchung auch mit ihrer Gesundheitsuntersuchung verbinden. Die Untersuchungen sind für Sie völlig kostenfrei.

Nutzen Sie diese Möglichkeit: Sprechen Sie uns an - oder vereinbaren Sie einfach einen Termin!

                                        mit freundlichen Grüßen

                                                                        Ihr Praxisteam


Ertingen am 23.04.2017

Liebe Patientinnen, liebe Patienten,


Bei vielen Arzneimitteln gibt es Medikamente von unterschiedlichen Herstellern, die zwar alle den gleichen Wirkstoff enthalten, aber unterschiedlich heißen können. Bei der Ausstellung eines Rezeptes, schreiben wir den Namen des Arzneimittels oder nur den Wirkstoff auf das Rezept.

Neben der Zeile mit dem Medikamentennamen/-wirkstoff befindet sich das sogenannte "aut idem" Feld. Der Begriff "aut idem" ist ein lateinischer Fachausdruck und bedeutet "oder das Gleiche". Wenn hier kein Kreuz gesetzt ist, erlaubt dies dem Apotheker, Ihnen ein Arzneimittel mit dem gleichen Wirkstoff, aber eventuell mit einem anderen Namen abzugeben - das jedoch preisgünstiger ist.

Damit sollen Kosten im Gesundheitswesen eingespart werden, da es teilweise deutliche Preisunterschiede zwischen den Herstellern und den einzelnen Medikamenten gibt. Die Krankenkassen schließen auch Rabattverträge mit einzelnen Herstellern ab, so dass der Name eines Medikamentes mit dem gleichen Wirkstoff unterschiedlich sein kann, je nach dem bei welcher Kasse man versichert ist. Auch aus diesem Grund ist am neuen bundeseinheitlichen Medikamentenplan der Wirkstoff des Medikamentes noch vor dessen Handelsbezeichnung vermerkt - um für Sie übersichtlich Verwechslungen zu verhindern.

Nur in medizinisch begründeten Einzelfällen dürfen wir, wenn aus medizinischen Gründen ein spzielles Medikament eingenommen werden muss (z.b. Schilddrüsenmedikamente, Epilepsiemedikamente,.... bei denen Verwechslungen aufgrund des falschen Namens fatale Folgen haben können!) den Austausch ausschließen. Sie erhalten dann vom Apotheker genau das verordnete Medikament.

Sollten Sie trotzdem aus einem individuellen Grund ein Arzneimittel einer speziellen Firma bevorzugen, gibt es seit 2011 die Möglichkeit, Ihr Wunscharzneimittel mit dem verordneten Wirkstoff in der Apotheke zu erhalten. Hier müssen sie jedoch den gesamten Apothekenverkaufspreis bezahlen (Privatabgabepreis). Sie erhalten für die Abrechnung mit Ihrer Krankenkasse eine Kopie des Rezeptes (Privatrezept) sowie einen Nachweis für den bezahlten Betrag. Mit diesen Belegen können Sie bei Ihrer Krankenkasse einen Teil der Kosten zurückfordern. Dabei ist jedoch zu beachten, dass der erstattete Betrag sehr gering ausfallen kann. Sie sollten sich daher vorher über die Erstattungsbeträge informieren.

mit freundlichen Grüßen

Dres. M. Mittendorfer / S. Latanowicz / S. Knöll


 

Ertingen am 21.2.2017

Liebe Patientinnen, liebe Patienten;

Bei Ihnen wurden erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin) festgestellt. Dieser Wert kann schwanken und steigt mit zunehmendem Lebensalter an.

Zwar haben Sie dadurch zunächst keine Beschwerden, über Jahre hinweg kann es jedoch zur Verengung von Blutgefäßen (Arteriosklerose) kommen - insbesondere wenn weitere Krankheiten wie Bluthochdruck oder Diabetes vorliegen.

In Folge können Herz Kreislauf Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfälle auftreten, wenn es zu einem vollständigen Verschluss eines Blutgefäßes  kommt.

Sie können selbst Ihre Blutfette senken, indem Sie auf gesunde Ernährung, Körpergewicht und Bewegung achten, gegebenenfalls das Rauchen auf geben und dadurch Ihr Risiko für Herz Kreislauf Erkrankungen verringern. Auch über Medikamente kann man die Blutfette senken.

Allerdings sind blutfettsenkende Mittel als Kassenleistung erst verordenbar bei Patienten:


- die eine nachgewiesene Herz-Kreislauf-Erkrankung haben oder

- die noch keine Erkrankung haben, jedoch mit 20% Wahrscheinlichkeit eine solche Erkrankung in den nächsten 10 Jahren    entwickeln werden (= hohes Risiko!).

Um Ihr individuelles Risiko zu bewerten und die notwendige und sinnvolle Therapie festzulegen führen wir im Rahmen der ihnen jährlich zur Verfügung stehenden Gesundheitsuntersuchung auch die Abfrage eventueller kardiovaskulärer Risikofaktoren durch und berechnen bei Bedarf den sogenannten Procam Score - mit dem Ihr individuelles Risiko in Zahlen ausgedrückt werden kann.

Sprechen Sie uns darauf an und lernen Sie Ihr individuelles Risiko und was Sie dagegen tun können kennen.

mit freundlichen Grüßen

                           Ihr Praxisteam